Tag der offenen Tür mit Schmusekaninchen beim Kleintierzuchtverein in der Poggenbruchstraße. Von links: Colin, Jo Celine, Chiara, Feenja, Lina und Jannis.

Tag der offenen Tür mit Schmusekaninchen beim Kleintierzuchtverein in der Poggenbruchstraße. Von links: Colin, Jo Celine, Chiara, Feenja, Lina und Jannis.

Foto: Schimanke

Bremerhaven

Wulsdorfer Kleintierzüchter feiern 100-Jähriges

Von Susanne Schwan
10. Juli 2016 // 16:00

Zwischen Zwergwiddern, Blauen Wienern und Welsumer Hühnerküken steppte am Sonntag der Bär. Der Kleintierzuchtverein HB23 an der Poggenbruchstraße hatte zum Tag der offenen Tür eingeladen - um sein 100-jähriges Bestehen mit Besuchern aus der Stadt und dem Cuxland zu feiern. Jede Menge Kinder rückten mit Eltern oder Großeltern an - und mit ihren eigenen Puschelhasen von Zuhause. Denn der Verein prämierte auch die schönsten Streichelkaninchen der Kinder.

Es gibt keinen Züchter-Nachwuchs mehr

Dass zum Verein inzwischen keine Kinder und Jugendlichen mehr gehören, trübt als Wermutstropfen die Festlaune des Vorstandes.  "Es ist natürlich viel Arbeit und Verantwortung, Rasse-Hühner und Rasse-Kaninchen zu züchten und in Wettbewerbe zu schicken", betont Jutta Guttmann. Die 72-Jährige steht seit 2009 als erste Frau an der Vereinsspitze. Immerhin: Derzeit zählen 57 Mitglieder zwischen 27 und über 82 Jahren zum Traditionsverein.

Wer züchtete, litt in der Kriegsnot keinen Hunger

Der wies im Gründungsjahr 1916 noch stattliche 165 Mitglieder auf.  In der Not der Kriegsjahre bedeutete die Kaninchenzucht zumindest etwas auf dem Tisch. Doch die Züchter liebten es auch, ihre Zuchterfolge mit besonders schönen Tieren untereinander zu messen und richteten Vereins- und Verbandsschauen aus. Der Zweite Weltkrieg unterbrach das Vereinsleben für viele Jahre. Doch HB23 erlebte in den 70er und 80er Jahren eine neue Blüte, pachtete 4000 Quadratmeter Gartenland vom Magistrat und baute 2004 seine neue Ausstellungshalle.

Seidige Federn und samtiges Fell beliebt

Hier spazierten am Sonntag auch Familien  von Käfig zu Käfig. Am beliebtesten waren die Gartenparzellen - wie die von Vera Schwarz. Seit neun Jahren ist die 36-Jährige als Züchterin im Verein. "Ich habe jetzt 15 Kaninchen, 10 Hühner und 25 Küken", erzählt die Tierfreundin. In ihrem Zucht-Garten dürfen zum Beispiel Hanna (5), Feenia (8) und Leon (7) die seidigen Federn und das samtweiche Fell streicheln. "Ich bin Verkäuferin von Beruf", sagt die Züchterin, "hier komme ich auf andere Gedanken und mir gefällt es, Verantwortung für Tiere zu übernehmen." Ob sie auch mal Züchterin werden will, fragt sie die kleine Feenia. Die Achtjährige lacht: "Nee, das klappt nicht. Mein Hund ist ein wilder Dackel."

Immer informiert via Messenger
Schickt ihr euer Kind zur Schule?
316 abgegebene Stimmen
Folge den Pinguins via Messenger