Auch die Medien schicken ihre Leser, Zuschauer und Zuhörer gern in den April.

Auch die Medien schicken ihre Leser, Zuschauer und Zuhörer gern in den April.

Foto: Foto Peter Steffen/dpa

Bremerhaven

Zeitungsenten: Die Aprilscherze in den Medien

Von Lili Maffiotte
1. April 2016 // 10:33

Aprilscherze sind in den meisten westeuropäischen Ländern üblich. Geht es jedoch um ihren historischen Ursprung, so scheiden sich die Geister. In Deutschland erstmals bezeugt wurde die Redewendung "in den April schicken" wohl schon 1618 in Bayern.

Ein Fest zu Ehren des Gottes Quirinus

Eine der gebräuchlichsten Entstehungstheorien geht auf die Kalenderreform des französischen Königs Karl IX. zurück. Der verlegte den Neujahrstag 1564 vom 1. April auf den 1. Januar. Manche Witzbolde verschickten ihre Einladungen zu Neujahrsfeiern angeblich trotzdem weiterhin zum 1. April. Wer darauf reinfiel, wurde verspottet.  Möglicherweise begann der Brauch aber auch schon in antiker Zeit mit dem römischen Fest zu Ehren des Gottes Quirinus. Die sogenannte Quirinalia galt als Fest der Dummen und Narren. Im römischen Kalender fiel es zwar auf den 17. Februar, Kalenderreformen bewirkten aber möglicherweise seine Verschiebung auf den 1. April.

Die Zeitungsenten aus den vergangenen Jahren

Nicht nur Freunde und Kollegen schicken sich in den April. Auch Zeitungen, Radio- und Fernsehsender flunkern am Tag der Scherze (1. April) gern. Eine Auswahl aus den vergangenen Jahren:

Handyverbot für Fußgänger

Die "Neue Zürcher Zeitung" schickte ihre Leser 2015 mit einem Bericht über ein geplantes Handyverbot für Fußgänger in den April. Es gehe um Unfallvermeidung. Der Stadtrat wolle Handyhersteller auch "analog zu den Warnungen auf Zigarettenpäckli" zu Hinweisen auf Displays verpflichten. Stehe ein Passant am Zebrastreifen, solle aufgrund der GPS-Ortung aufpoppen: "Gleichzeitiges Betreten der Straße und Bedienen des Handys kann töten." Handyverbot

Helmut-Schmidt-Galaxis

Eine "Große Ehrung für Altbundeskanzler" Helmut Schmidt verkündete am 1. April 2012 die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung": Die Milchstraße werde in Schmidtstraße umbenannt. Die Abstimmung über die Umbenennung der Galaxis stehe auf der Tagesordnung der UN-Vollversammlung. Auf der Erde habe sich keine Straße gefunden, die Schmidts Intellekt angemessen sei, wurde UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zitiert. Jahresrückblick 2015 - Die Toten des Jahres

Meerjungfrau-Skelett

Die Kopenhagener sahen ihre kleine Meerjungfrau am 1. April 2010 als Knochengerüst. Das Bronze-Original war für ein halbes Jahr zur Expo nach Shanghai verschwunden. Mitarbeiter des Naturhistorischen Museums schrieben in einer Presseerklärung an Dänemarks Nachrichtenagentur Ritzau: "Das Skelett gehört zur Art Hydronymphus Pesci (Nymphenfisch), die Ende des 17. Jahrhunderts ausgestorben ist." Die kleine Meerjungfrau zum 1. April von Skelett ersetzt

Fliegende Pinguine

2008 zeigte die britische BBC fliegende Pinguine. Vor lauter Sehnsucht nach Wärme sei eine neue Art von Vögeln entstanden, die sich vom kalten Boden der Antarktis elegant in die Luft erheben könne. Das zum Teil computeranimierte Video wurde millionenfach im Internet angesehen.

Klimaneutraler Kuh-Pups

Dass Indiens heilige Kühe nicht länger Schwarze Schafe des Klimawandels seien, berichtete 2007 die österreichische Nachrichtenagentur APA. Indische Wissenschaftler hätten ein Verfahren entwickelt, durch das die Tiere bei ihren zahlreichen Darm-Winden statt Methan das harmlosere Kohlendioxid in die Atmosphäre stoßen. Hendricks strebt weniger Emissionen bei Kühen an

Spaghetti-Bäume

Als erster gezielt in Umlauf gebrachter Aprilscherz eines Mediums gelten die 1957 von der BBC im Fernsehen gezeigten Bilder der Spaghetti-Ernte im Tessin. Die ehrwürdige Anstalt zeigte das Pflücken an Bäumen voller Nudeln - mit Erfolg. Viele Zuschauer glaubten der für ihre Zuverlässigkeit bekannten BBC und Hunderte erkundigten sich, wo die Pflanzen zu kaufen seien.   

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