Gerhard Tiborski ist 75 Jahre alt, sein Enkel Tim sechs. Zusammen gucken sie sich alte Familienfotos an. Was der Lütte dabei erfährt, kann er kaum glauben: dass es für seinen Großvater unter dem Christbaum einst keine Schokolade gab.  Foto Scheschonka

Gerhard Tiborski ist 75 Jahre alt, sein Enkel Tim sechs. Zusammen gucken sie sich alte Familienfotos an. Was der Lütte dabei erfährt, kann er kaum glauben: dass es für seinen Großvater unter dem Christbaum einst keine Schokolade gab. Foto Scheschonka

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Bremerhaven

Zu Weihnachten nur ein Geschenk

Von nord24
23. Dezember 2015 // 14:24

Das kann Tim sich beim besten Willen nicht vorstellen: dass er nur ein einziges Geschenk zu Weihnachten bekommt. „Aber als ich so klein war wie du, da war das so“, erzählt Gerhard Tiborski seinem Enkel (6). Tim hört seinem Opa ungläubig zu, als dieser von den Festtagen in und nach dem Krieg erzählt. Der Lütte kann die Geschichten kaum fassen – und macht am Ende einen überraschenden Vorschlag.

Ein Gewehr zum Fest

Gerhard Tiborski aus Speckenbüttel ist 75 Jahre alt. Das erste Weihnachtsfest, an das er sich erinnern kann, liegt entsprechend lange zurück: „1944“, sagt er. „Ich weiß noch, was ich damals geschenkt bekam: ein Schießgewehr, mit dem ich dann immer so einen korkenähnlichen Holzpfropfen durch die Gegend geschossen habe.“ Tim schaut seinen Opa an. „Und was noch?“, fragt er. „Wie ‚Was noch‘?“, fragt dieser zurück. „Na, was hast du sonst noch gekriegt?“ Gerhard Tiborski lacht. „Nichts, das war mein einziges Geschenk.“

Ein Wunschzettel nach dem anderen

Tim guckt bestürzt. Das Weihnachten, das er heute feiert, unterscheidet sich allzu sehr von dem vor 71 Jahren. So hoffte sein Großvater einst, überhaupt etwas zu erhalten. „Zunächst war ja Krieg, da herrschte Mangel“, erklärt Gerhard Tiborski. „Da waren wir schon froh, wenn wir genug zu essen hatten. Und nach dem Krieg war das erst einmal kaum anders.“ Tim hingegen hat den Advent über einen Wunschzettel nach dem nächsten produziert.

Freunde über Kleinigkeiten

„Einerseits denke ich oft, dass der Junge eigentlich zu viel bekommt, nicht nur zu Weihnachten“, sagt er. „Andererseits gönnt man’s ihm natürlich auch. Und heute ist das ja auch irgendwie normal.“ Aber seine Generation hat duch Krieg und Flicht gelernt, mit wenig zufrieden zu sein. Gelernt, sich über Klitzekleines ganz groß zu freuen. Zum Beispiel über Nüsse auf dem Gabenteller. Schokolade gab’s nicht.

Alte Familienfotos

Stille. Opa und Enkel betrachten die alten Familienfotos, die auf dem Tisch herumliegen und die die Feste von früher zeigen, von denen Gerhard Tiborski erzählt hat. „Wo ist da dein Opa drauf?“, fragt Tim plötzlich. „Der war schon tot, als ich zur Welt kam“, sagt Gerhard Tiborski. Das kann Tim sich indes noch viel weniger vorstellen, als bloß ein einziges Geschenk zu bekommen: dass er keinen Opa hat.

Worauf Tim sich freut

Vorhin hat er noch gesagt, dass er sich zu Weihnachten am meisten auf eine neue Play-Station freue. Aber Zeit mit seinem Opa zu verbringen, das scheint dem Lütten mindestens genauso viel wert zu sein. Und am Ende will Tim so Weihnachten so feiern, wie Opa das früher gemacht hat. Ohne viele Geschenke.

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