In Bremerhaven können nach Schätzungen rund 11 000 Menschen zwischen 18 und 64 Jahren nicht richtig lesen und schreiben.

In Bremerhaven können nach Schätzungen rund 11 000 Menschen zwischen 18 und 64 Jahren nicht richtig lesen und schreiben.

Foto: Anspach/dpa

Bremerhaven

Ausweg aus Analphabetismus

Von Michelle Fincke
10. November 2018 // 14:30

Die Einkaufsliste im Supermarkt abarbeiten, einen Fragebogen beim Arzt ausfüllen, den Kindern bei den Hausaufgaben helfen: Alltägliche Dinge, die rund 11 000 Erwachsene in Bremerhaven vor große Probleme stellen, denn sie können nicht ausreichend lesen und schreiben.

Fachstelle für Alphabetisierung

Um diesen Frauen und Männern besser helfen zu können, hat jetzt die Bremerhavener Fachstelle für Alphabetisierung – ein Projekt der Volkshochschule (VHS) Bremerhaven und der Bildungsgemeinschaft Arbeit und Leben Bremerhaven – ihre Arbeit aufgenommen. „Betroffene haben gelernt, nicht aufzufallen“, sagt Projektleiter Eike Bürkner. Und genau darin läge häufig das Problem. „Analphabetismus ist nach wie vor ein Tabuthema“, erzählt er.

Sensibilisieren und schulen

Mit dem Projekt solle nun ein „Netzwerk der Aufmerksamkeit“ geschaffen werden, um sogenannte funktionale Analphabeten zu erkennen. Konkret: „Wir möchten alle Akteure der Stadt – vom Familienzentrum bis zum Jobcenter – erreichen, um so viele Menschen wie möglich dafür zu sensibilisieren und zu schulen, wie man Betroffene überhaupt erkennen und ansprechen kann“, erläutert Bürkner.

56 Prozent der Betroffenen sind erwerbstätig

Rund 7,5 Millionen Menschen in Deutschland könnten – trotz Schulpflicht – nicht richtig lesen und schreiben. „60 Prozent der Analphabeten sind männlich, 32 Prozent zwischen 50 und 64 Jahre alt. Und 56 Prozent sind erwerbstätig“,  berichtet Bürkner.

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