Ein altes Gebäude und Grabsteine auf einem Friedhof.

In dieser Kriegsgräberkapelle auf dem Friedhof in Bremerhaven-Geestemünde lebte der verletzte Obdachlose vor dem Angriff.

Foto: Hartmann

Bremerhaven

Bremerhaven: Erbstreit trieb Grabstein-Opfer in Obdachlosigkeit

5. Januar 2023 // 16:40

Trockenes Brot, Cola und mal ein Stück Nugat. Davon lebte der Obdachlose, der auf dem Geestemünder Friedhof mit einem Grabstein angegriffen wurde.

Alter Schulfreund berichtet vor Gericht

Thema des zweiten Prozesstags im Fall des verletzten Obdachlosen auf dem Geestemünder Friedhof war das Leben des Verletzten. Vor Gericht muss sich ein 37 Jahre alter Obdachloser wegen versuchten Mordes verantworten. Er soll das Opfer im Mai 2022 mit einem Grabstein attackiert haben, um an seine Schlafstelle zu kommen. Vor Gericht wurde nur ein Zeuge befragt, der sich vor dem Landgericht in Bremen als alter Schulfreund des Opfers vorstellte. Er gab einen näheren Einblick in das Leben des Verletzten.

Bei Tante und Onkel aufgewachsen

Der 55-Jährige lernte das Opfer in den Achtzigern kennen, als sie gemeinsam die Ausbildung zum Bürokaufmann anstrebten. Er beschreibt seinen Schulfreund als intelligent und hilfsbereit, jedoch mit einer schweren Jugend. Der Verletzte habe nie in seinem Elternhaus gelebt. Als ungewünschtes Kind seiner Eltern sei er bei seiner Tante und seinem Onkel aufgewachsen.

2015 Wohnung verloren

Das Abrutschen des Opfers begann 2009 mit dem Tod seines Onkels, denn es folgte ein langer Erbstreit. Dieser endete nach Aussage des Zeugen damit, dass das Opfer 2015 seine Wohnung verlor und fortan obdachlos auf der Straße lebte. „Er ist daran zerbrochen“, sagt der 55-Jährige.

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