Die Bremerhavenerin Kea Kühnel ist Fünfte beim Slopestyle-Weltcup im französischen Font Romeu geworden.

Die Bremerhavenerin Kea Kühnel wurde Achtzehnte im Slopestyle bei den olympischen Winterspielen.

Foto: Becker/dpa

Bremerhaven
Sport

Bremerhavener Ski-Freestylerin wird Fünfte bei Slopestyle-Weltcup

Von nord24
23. Dezember 2017 // 18:06

Kea Kühnel aus Bremerhaven hat sich einen Tag vor Weihnachten mit einem guten fünften Platz beschenkt und ihre gute Form im Olympia-Winter bestätigt.

Ski-Freestylerin holt sich in Frankreich im Finale 72,60 Punkte

Beim Slopestyle-Weltcup im französischen Font Romeu bekam die Ski-Freestylerin vom Ski-club Bremerhaven am heutigen Sonnabend im Finale 72,60 Punkte. Bereits beim Big-Air-Weltcup in Mönchengladbach Anfang Dezember war die 26-Jährige Fünfte geworden. Im Gegensatz zu Slopestlye ist die Disziplin Big Air aber nicht olympisch. Den Sieg holte sich Weltmeisterin Tess Ledeux aus Frankreich. Die deutschen Starter bei den Herren verpassten die vorderen Platzierungen klar und kamen auf die Ränge 30, 32 und 33.

Ziel: Die Olympischen Winterspiele in Südkorea 2018

Als Kea Kühnel Blut leckte, war sie schon 22 und hatte mit Studium und Nebenjobs jede Menge um die Ohren. Doch die Bremerhavenerin will ganz nach oben. Ihr Ziel: die Olympischen Winterspiele in Südkorea 2018. Dafür arbeitet sie hart.

Seit dem zweiten Lebensjahr auf den Brettern

Skifahren kann sie natürlich schon lange, eigentlich ihr ganzes Leben. „Als sie knapp über zwei Jahre alt war, hat sie es gelernt“, erzählt ihr Vater Holger Kühnel (Foto). „Wir dachten, wenn sie laufen kann, kann sie auch Ski fahren.“  Und so ging es munter weiter: Kea wurde Bremer Landesmeisterin – obwohl es in ihrer Heimatstadt außer dem Deich keine Berge gibt. „Wir sind aber im Winter an jedem Wochenende zum Skilaufen gefahren, in den Harz zum Beispiel“, sagt Kea Kühnel. Oft mit dem Skiclub Bremerhaven.

Kontakt mit der Freeski-Szene

Im österreichischen Innsbruck kam sie mit der Freeski-Szene in Kontakt. „Aber ich fand das schon vorher sehr interessant.“ Beim Freeski, das in sogenannten Snowparks ausgeübt wird, fahren die Sportler auf ihren kantenlosen Skiern vorwärts und rückwärts über zum Teil 25 Meter hohe Schanzen. Mit dem Ski in der Hand zeigen sie atemberaubende Tricks und Sprünge, rasen sie über Hindernisse, die Obstacles heißen, mal vorwärts, mal rückwärts.

Alles muss "stylisch" sein

Mit dem Nationaltrainer hat sie zusammen studiert, „es ist ja eine ganz neue, junge Szene“. Und das zieht nach sich, dass alles auch ganz „stylisch“ sein muss. Da fährt man schon mal im Pulli auf den Berg, damit es gut aussieht. Es wird viel gefilmt, teilweise sogar mit Drohnen. „Nach jedem Training sitzen wir am Computer, laden Videos hoch, schneiden sie und unterlegen sie mit Musik.“ So sehen die Sponsoren, dass gearbeitet wird. „Denn ohne Sponsoren geht gar nichts.“ Ein Ski kostet 500 Euro und hält manchmal nur eine Woche. Der Deutsche Skiverband bezahlt die Trainer, das andere müssen die Sportler selbst tragen. „Noch geht viel mehr Geld in den alpinen Bereich, zum Biathlon und ins Skispringen. Aber das wird sich ändern. Wir bekommen immer mehr Aufmerksamkeit, es ist ein Wendepunkt“, sagt die ehemalige Llodgymnasiastin.

Enge Beziehung zu Taiwan

Kea Kühnel ist unerschrocken. Schon in der elften Klasse ging sie für ein Jahr weit weg, nach Taiwan. Seither spricht sie chinesisch und hat eine enge Beziehung zum Land. Beruflich würde sie gerne etwas machen, das mit China zu tun hat, Einkäufer für einen Sportartikelhersteller zum Beispiel. „Die Chinesen entdecken gerade unseren Sport, da gibt es einen riesigen Markt.“

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