Der Anrufer gab sich als Professor aus.

Der Anrufer gab sich als Professor aus.

Foto: picture alliance / Julian Stratenschulte/dpa

Bremerhaven
Blaulicht

Bremerhavenerin wird Opfer von Betrügern

4. Juni 2021 // 18:12

Eine Bremerhavenerin ist am Donnerstagmorgen Opfer von Betrügern geworden

Vater benötigt angeblich Medikamente

Die Frau erhielt morgens einen Anruf einer ihr unbekannten Nummer. Der Anrufer, der Deutsch mit Akzent sprach, gab sich als Professor aus und erzählte der Bremerhavenerin, dass deren Vater auf der Intensivstation liege und nun dringend ein lebensrettendes Medikament benötige. Dieses werde aber erst in wenigen Wochen zugelassen, sodass die Bremerhavenerin die Kosten für das Medikament vorstrecken müsse.

Geld abgehoben

Später würde sie das Geld von der Krankenkasse zurückerhalten. Da sich ihr Vater derzeit tatsächlich im Krankenhaus aufhält, geriet die Frau durch den Anruf in Aufruhr, willigte ein und hob den hohen Bargeldbetrag bei einer Bank ab.

Im Krankenhaus informiert

Die Geldübergabe fand an der Schiffdorfer Chaussee unweit eines Einkaufszentrums stattfinden. Die Bremerhavenerin sollte die hohe Summe einer vermeintlichen Hubschrauberpilotin überreichen. Gegen 11.15 Uhr traf die Bremerhavenerin am vereinbarten Treffpunkt auf eine Frau, die das Geld an sich nahm. Kurz nach der Geldübergabe begab sich das Betrugsopfer in ein nahegelegenes Krankenhaus, um sich über den Gesundheitszustand des Vaters zu informieren.

Kein Notfall

Hier erfuhr sie, dass der Vater wie zuvor auf einer Normalstation liege und es ihm verhältnismäßig gut gehe. Ein Notfall wie am Telefon geschildert hatte nie vorgelegen. Daraufhin begab sich die Bremerhavenerin zur Polizei und erstattete Anzeige. Eine sofort eingeleitete Fahndung nach der Geldbotin verlief zunächst negativ.

Die Frau wird wie folgt beschrieben: ca. 40 bis 50 Jahre alt, rund 1,65 Meter groß und leicht korpulent. Ihre dunklen, schulterlangen Haare wurden zu einem Zopf getragen. Sie war bekleidet mit hellblauen Jeans, einer weißen Bluse, einem blauen Cap mit Aufschrift, Turnschuhen und einem weißen Mund-Nasen-Schutz. Zudem sprach die Frau Deutsch mit nicht näher definiertem ausländischem Akzent. Wer Hinweise zu der Frau geben kann, wird gebeten, die Polizei (0471/953-4444) zu kontaktieren. (pm)

Tipps der Polizei

  • Seien Sie immer misstrauisch bei solchen Anrufen!
  • Gehen Sie niemals auf solche Forderungen ein!
  • Nennen Sie niemals Namen Ihrer Verwandten am Telefon!
  • Sagen Sie dem Anrufer, Sie müssten zunächst Rücksprache halten und brechen Sie das Gespräch danach ab! In vielen Fällen versuchen die Täter, ihre Opfer die ganze Zeit am Telefon zu halten um ihnen die Möglichkeit zu nehmen, über die Situation nachzudenken und Hilfe hinzuzuziehen.
  • Überprüfen Sie die Information innerhalb der Verwandtschaft!
  • Übergeben Sie niemals Bargeld oder sonstige Wertsachen an fremde Personen, auch nicht an unbekannte Verwandte!
  • Notieren Sie sich, wenn möglich, die Telefonnummer des Anrufers und den Namen!
  • Verständigen Sie die Polizei (Notruf: 110)!
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