CHL

Bislang ist nur ein deutsches Team bis ins Achtelfinale der Champions Hockey League eingezogen - DEL-Rekordmeister Eisbären Berlin.

Foto: Di Nolfi

Bremerhaven

Champions Hockey League hat sich etabliert

Von Mareike Scheer
18. Januar 2017 // 11:38

Von Alexander Petri Vor drei Jahren wurde sie ins Leben gerufen: die Champions Hockey League (CHL), die Königsklasse des europäischen Eishockeys. 26 Klubs aus den sechs besten europäischen Ligen riefen den Wettbewerb 2014 ins Leben und sicherten sich ein dreijähriges Startrecht. Komplettiert wurde das Teilnehmerfeld von den jeweiligen Meistern, Hauptrundensiegern und Wild-Card-Teams aus kleineren Ligen. Ab der kommenden Saison wird die CHL reformiert: Die Qualifikation erfolgt ausschließlich nach sportlichen Gesichtspunkten, zudem wird das Teilnehmerfeld von 48 auf 32 Klubs reduziert. Ein Quantensprung – davon ist der Schweizer CHL-Geschäftsführer Martin Baumann überzeugt. Herr Baumann, wie fällt Ihr Fazit nach drei Jahren Champions Hockey League aus? Hat sich der Wettbewerb etabliert? Die Geschichte hat sich erfreulich entwickelt. Das zeigt sich schon daran, dass wir bereits nach der dritten Saison einen weiteren Sechs-Jahres-Vertrag mit unserem Vermarkter (Infront, d. Red.) abschließen konnten. Alle Erwartungen sind erfüllt oder sogar übertroffen worden. Mit dem neuen Vertrag erhöht sich auch das Preisgeld. Richtig, das steigert sich von Saison zu Saison. Im sechsten Jahr werden insgesamt 3,7 Millionen Euro an die Klubs ausgeschüttet, wobei der Sieger rund 720?000 Euro erhält. Bislang gab es für die Halbfinal-Teilnahme 80?000 Euro, der Gewinner erhielt 150?000. Finanziell kein großer Anreiz. Das war sicherlich unbefriedigend. Man darf das zwar nie und nimmer mit Fußball vergleichen. Aber die Kosten, die ein Klub hat, müssen kompensiert werden. Ist das sportliche Niveau in den drei CHL-Jahren gestiegen? Deutlich gestiegen. Es hat richtig Spaß gemacht, was man auf dem Eis gesehen hat. Ich glaube, dass wir künftig noch einen Schritt machen werden. Die Reduktion von 48 auf 32 Teams wird dem Produkt guttun. Versprechen Sie sich dadurch noch mehr Akzeptanz für die CHL? Die Gründungsmitglieder – unter anderem der ERC Ingolstadt – haben sich ihren Startplatz bislang „erkauft“. Wir hätten das gerne schon früher gemacht, aber das war aufgrund der Gesellschafterstruktur nicht möglich. Künftig wird auch der Fan in Schweden oder Finnland die CHL stärker lieben lernen. Das Halbfinal-Hinspiel von Växjö gegen Sparta Prag wollten gerade einmal 1347 Fans sehen. Das ist sicher äußerst ungünstig für das Produkt. Ich glaube aber, dass es mit der sportlichen Qualifikation und dem reduzierten Teilnehmerfeld besser wird. In den ersten beiden Jahren haben die Schweden und Finnen den Wettbewerb dominiert, in dieser Saison haben vor allem die Schweizer und Tschechen auf sich aufmerksam gemacht. Ist die CHL ausgeglichener geworden? Das ist genau das, was wir erreichen wollten. Es hat dem Produkt auch gut getan, dass sich die Eishockey-Nation Finnland diesmal früh verabschiedet hat. Es hat im vergangenen Jahr schon angefangen mit der Cinderella-Story des HC Davos, der bis ins Halbfinale gekommen ist. Die Schweiz ist in diesem Jahr übrigens die beste Nation im Länderranking – noch vor den Schweden. Die Klubs aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) haben dagegen enttäuscht. Nur die Eisbären Berlin waren zweimal im Achtelfinale vertreten. Leider war das zu erwarten, ist aber äußerst schade. Ich glaube, dass wir mit den Krefeld Pinguinen Pech hatten. Wenn es in der Meisterschaft nicht läuft, finden die Medien eine CHL-Teilnahme nicht toll. Das hat uns geschadet. Ich hoffe, dass es mit der sportlichen Qualifikation besser wird. München zum Beispiel wäre ein Klub, dem ich es von Herzen gönnen würde, mal weiterzukommen. Gibt es Fortschritte bei den Verhandlungen mit der russischen Liga KHL über eine Teilnahme? Ich hätte mir erhofft, dass wir da schon weiter sind. Es laufen noch Gespräche. Es ist allerdings schwierig, die KHL-Kollegen zu begeistern. Die haben noch mehr Spieltage und fangen noch früher mit der Saison an. Aber wir geben nicht auf, weil es das Produkt noch wertiger macht. Die KHL müsste bei uns partizipieren, um zu ermitteln, wer die beste Mannschaft Europas ist.

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