nord24-Reporterin Mareike Scheer steuert im Klimahaus Bremerhaven erstmals einen Hubschrauber - im Simulator.

nord24-Reporterin Mareike Scheer steuert im Klimahaus Bremerhaven erstmals einen Hubschrauber - im Simulator.

Foto: Scheer

Bremerhaven

Dem Horizont entgegen: nord24 am Steuer eines Hubschraubers

Von Mareike Scheer
18. September 2017 // 17:00

Als Volontärin stürzte sich Mareike Scheer in ein Abenteuer. Ein Erfahrungsbericht über ihre ersten 45 Minuten am Steuer eines Hubschraubers - im Simulator Klimahaus Bremerhaven.

Fliegen trotz Höhenangst

Als der Termin vereinbart wurde, schlackerten mir etwas die Knie. Ich soll einen Hubschrauber fliegen? Trotz meiner Höhenangst? Zugegeben, es ist kein echter Helikopter, und er hebt nicht wirklich ab - am Gefühl ändert dies (zunächst) jedoch wenig.

Augen zu und durch

Also heißt es: Augen zu und durch. Schon beim Einsteigen wird mir leicht schwindelig. Tausende Knöpfe befinden sich in diesem Cockpit. Wie soll ich mich da nur zurecht finden? Ich werde dieses Ding zum Absturz bringen geht es mir immer wieder durch den Kopf.

Kurze theoretische Einweisung

Mein Coach gibt mir zunächst eine kurze theoretische Einweisung. Ich soll mich lediglich auf sechs Dinge konzentrieren: Stick, Pitch und Heckrotor sowie den Höhen- und Geschwindigkeitsmesser und die Anzeige für den künstlichen Horizont.

Drei Funktionen zum Steuern

So ein Hubschrauber wird für Laien mittels drei Funktionen gesteuert. Mit dem Stick in der rechten Hand wird die Neigung der Rotorebene (und somit die Neigung des gesamten Hubschraubers) koordiniert. Die nächste Funktion ist die kollektive Blattverstellung, auch "Pitch" genannt, die zuständig ist für den Schub des gesamten Rotorsystems.

Zwei Pedalen für den Drehmoment

Um den Drehmoment des Rumpfs zu kompensieren gibt es auch einen Heckrotor. Dieser ist über zwei Pedalen steuerbar. Ein Tritt in das rechte Pedal bewirkt eine Drehung nach rechts und links nach links.

Ein Hoch auf die Multitaskingfähigkeit

Zum Glück sind Frauen ja multitaskingfähig denke ich noch, als es auch schon los geht. Doch zu meinem Erstaunen klappt es besser als gedacht. Das flaue Gefühl im Magen ist wie weggeblasen, als der Helikopter langsam vom Boden abhebt. Die Angst weicht einem Gefühl der Freude.

Ein Flug zum Offshore-Windpark

Ich werde leicht durchgerüttelt, während ich die Nase des "Helis" etwas absinke und den Pitch anziehe, um an Höhe zu gewinnen und dem Horizont entgegen zu fliegen. Ein kurzer Check: Flughöhe und Tempo sind erreicht, der Helikopter wird in die Waagerechte gebracht, was ein kurzer Check auf den künstlichen Horizont bestätigt. Und ich scheine der Unendlichkeit entgegenzufliegen. In der Ferne sehe ich Offshore-Windräder und Schiffe, die im Wasser liegen.

Kleiner Trick, große Wirkung

Doch je mehr wir über Wasser fliegen, desto schwindeliger wird mir auf einmal. Als Trick schaue ich nicht mehr durch die "Fenster" in die freie "Natur", sondern orientiere mich nur noch an den technischen Daten. Es hilft. Und so orientieren sich schließlich auch die Profis, wie mir mein Trainer berichtet.

Auf das Hochgefühl folgt eine Bruchlandung

Doch dann ist die Herrlichkeit auch irgendwann vorbei. Denn nach jedem tollen Flug kommt schließlich auch irgendwann eine Landung. Ob mir diese auch so feinfühlig, wie mein Trainer betonte, gelingen sollte wie der Start? Falsch gedacht. Was folgte war natürlich der Absturz.

Tipps und Kniffe

Zum Glück natürlich nur der virtuelle. Ein paar Tipps und Kniffe sowie einem weiteren Start später der zweite Anlauf. Ganz langsam lasse ich den Hubschrauber sinken, nehme Schub heraus, ziehe die Nase hoch und schwebe dem Boden entgegen. Kurz vor dem Bodenkontakt soll ich noch einmal kurz "Gas" geben, um den Helikopter abzufangen.

Eine Landung ohne Gefühl

Es vergehen schier endlose Sekunden, bis mein Coach mir auf einmal gratuliert. Wie, das war es schon? Ich bin schon unten? Ich habe nichts verspürt und der Höhenmesser zeigt noch 20 Meter an. "Da ist man dann schon unten", sagt mein Trainer lachend über mein verblüfftes Gesicht.

Glück oder Können, Hauptsache es ist ein Vergnügen

Doch war das nur Zufall oder echtes Können? Dritter Anlauf - zweiter Absturz. Vierter Anlauf - dritter Absturz. Doch in diesem Fall war fünfmal Bremer Recht und erneut bringe ich den Helikopter sicher zum Boden. Und meine Höhenangst ist wie weggeblasen. Es ist einfach ein unbeschreibliches und sehr realistisches Gefühl, dieses "Monster" zu fliegen.

nord24-Reporterin Mareike Scheer steuert im Klimahaus Bremerhaven erstmals einen Hubschrauber - im Simulator.

Eine kurze theoretische Einweisung.

Foto: Scheer

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Dem Horizont entgegen. . .

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