Bernhard Ebner (links) und Cory Quirk liegen in der Ecke.

Bernhard Ebner (links) und Cory Quirk liegen in der Ecke.

Foto: Scheer

Bremerhaven

Die Pinguins straucheln im Endspurt

Von Lars Brockbalz
20. Februar 2017 // 11:20

Von Lars Brockbalz Dieser letzte Schritt, aus einer tollen Saison eine grandiose Saison zu machen, will den Fischtown Pinguins einfach nicht gelingen. Sie vergaben auch den zweiten „Matchball“, um den Einzug in die Pre-Playoffs der DEL vorzeitig perfekt zu machen. Nach der 1:5-Niederlage gegen die Düsseldorfer EG fällt die Entscheidung nun am letzten DEL-Wochenende. Schon am Freitag hatten die Pinguins in Berlin die Chance verpasst, die letzte Hürde zu nehmen. Flattern die Nerven beim Neuling? Trainer Thomas Popiesch glaubt das nicht. „Ich bin froh, dass wir überhaupt dabei sind. Wir dürfen am letzten Wochenende um die Pre-Playoffs spielen. Das ist doch sensationell. Das müssen wir uns immer wieder vor Augen führen“, sagte er nach der Niederlage kämpferisch.

Vier Gegentore im ersten Drittel

Nach der ersten Drittelpause hatte er wie versteinert auf der Bank gestanden, während seine Spieler in die Kabine fuhren. Was er gesehen hatte, hatte den 51-Jährigen erstarren lassen. Mit 0:4 lag seine Mannschaft in diesem so wichtigen Spiel schon nach einem Drittel zurück. So ziemlich alles war schief gegangen. Nach einem frühen Powerplay-Tor zum 1:0 für Düsseldorf durch Marco Nowak, bei dem Torhüter Jerry Kuhn nicht gut aussah, hatten sich die Pinguins bemüht, Spielkontrolle zu bekommen. Doch die Hände schienen angesichts der zum Greifen nahen Playoffs zu zittern. Viele Pässe blieben hängen, vielen Schüssen fehlte die Präzision. Das Spiel kam viel zu oft zum Stehen, die Geradlinigkeit fehlte. Die sich daraus ergebenden Chancen nutzen die Gäste eiskalt mit drei Toren in den letzten fünf Minuten des ersten Spielabschnitts. Maxi Kammerer erzielte das 2:0 (16.), Daniel Weiß das 3:0 (18.). Und dann unterlief Cody Lampl nach einem Schuss von Tim Schüle, den Torhüter Kuhn abgewehrt hatte, ein Eigentor (40.) bei eigener Überzahl. Als ob das nicht schon genug des Unglücks gewesen wäre, fielen auch noch Atte Pentikäinen und Rob Bordson verletzt aus.

Pinguins nehmen das Herz in die Hand

Was tut man in solch einer misslichen Lage? Das Herz in die Hand nehmen und rennen. Mit drei Chancen in der ersten Minute des Mitteldrittels zeigten die Pinguins, wo es hingehen soll. Und es ging fast nur in Richtung des Düsseldorfer Tores. Die Fans machten mit, sie trieben ihre Mannschaft trotz des Rückstands an. Nur einer machte nicht mit: Mathias Niederberger. Der Düsseldorfer Torhüter trieb die Pinguins zur Verzweiflung. Allen voran Jeremy Welsh und Marian Dejdar, die zwei „Hundertprozentige“ hatten, und dann auch noch Bordson, der auf die Zähne biss und im zweiten Drittel zurück aufs Eis kam. Er scheiterte mit einem Penalty. Zu allem Überfluss traf Jason Bast aus spitzem Winkel nur den Pfosten des leeren Tores.

Moore: Wir haben es nicht geschafft, aus dem Loch zu kommen

„Wir sind im ersten Drittel in ein tiefes Loch gefallen. Wir haben dann alles versucht, aber wir haben es nicht geschafft, aus dem Loch rauszuklettern“, sagte Kapitän Mike Moore. Tatsächlich steckten die Pinguins nicht auf. Am Ende stand ein Schussverhältnis von 36:26 in der Statistik. Das beweist, dass sie es immer wieder versuchten. Doch es war einer dieser Tage, an dem der Puck einfach nicht ins Tor wollte. Als er dann endlich doch drin war – Cory Quirk drückte ihn in der 51. Minute über die Linie –, war die aufkeimende Hoffnung auf eine sensationelle Aufholjagd schon 15 Sekunden später wieder dahin. Der Stadionsprecher hatte das 1:4 noch gar nicht angesagt, da traf Christopher Minard zum 5:1 für Düsseldorf. Das war es dann endgültig.

Weitere "Matchbälle" gegen Nürnberg und München

Aber das war es noch lange nicht mit den Playoffs. Am Freitag in Nürnberg und am Sonntag gegen München haben die Pinguins weitere „Matchbälle“. „Wir dürfen stolz darauf sein, wie wir auf den hohen Rückstand reagiert haben, wir hatten die Chance, zurückzukommen. Das können wir mit ins nächste Wochenende nehmen“, sagte Mike Moore. „Die Saison als Ganzes darf man nicht an diesem einen Spiel festmachen. Wir haben hart dafür gekämpft, am letzten Wochenende noch die Chance auf die Playoffs zu haben.“ Auch Wade Bergman schaute nach der Partie schon wieder voraus: „Wir müssen einfach nur das machen, was wir die ganze Saison gemacht haben: An uns glauben.“

Die Statistik zum Spiel

Fischtown Pinguins - Düsseldorfer EG 1:5 (0:4, 0:0, 1:1) Pinguins: Tor: Kuhn (Nieminen); Abwehr: Moore, Lavallee – Bergman, Lampl – Pentikäinen, Tiffels – Maschmeyer; Angriff: Combs, Bordson, Welsh – Hooton, Quirk, Owens – Mauermann, Bast, George – Dejdar, Hoeffel, Zucker Düsseldorf: Tor: Niederberger (Bick); Abwehr: Ebner, Brand – Conboy, Schüle – Nowak, Haase – Davies; Angriff: Minard, Lewandowski, Milley – Yip, Srodel, Kreutzer – Bowman, Collins, Kammerer – Dmitriev, Weiß, Preibisch Tore: 0:1 (5:23) Nowak (Kammerer, Ebner) bei 5/4; 0:2 (15:16) Kammerer (Milley, Brandt); 0:3 (17:01) Weiß (Dmitriev); 0:4 (19:47) Schüle bei 4/5; 1:4 (50:03) Quirk (Welsh, Hooton); 1:5 (50:18) Minard (Schüle). Strafzeiten: Pinguins: 8 Minuten – Düsseldorf: 8 Minuten Schiedsrichter: Markus Schütz, Daniel Piechazcek Zuschauer: 4647 (ausverkauft)

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