Atte Pentikäinen verlässt die Fischtown Pinguins nach nur einer Saison wieder.

Atte Pentikäinen verlässt die Fischtown Pinguins nach nur einer Saison wieder.

Foto: Scheer

Bremerhaven

Die schönste Niederlage aller Zeiten

Von Lars Brockbalz
26. Februar 2017 // 21:04

Von Lars Brockbalz So haben die Fans der Fischtown Pinguins noch nie nach einer Niederlage gefeiert. Minutenlang nach dem Schlusspfiff der Partie gegen München, die 2:3 verloren ging, standen Hunderte von ihnen noch in der Eisarena und riefen nach ihren Lieblingen. Denn trotz der Niederlage haben die eine Sensation vollbracht und sind als DEL-Neuling in die Pre-Playoffs eingezogen. Dort treffen sie auf Ingolstadt. Schon am Mittwoch geht es los. Die Niederlage gegen München in der mit 4647 Zuschauern einmal mehr ausverkauften Eisarena war unmittelbar nach Spielende noch die Euphoriebremse, doch als die Spieler aufs Eis zurückkamen, hellten sich die Mienen auf. Wahrscheinlich wurde den meisten von ihnen jetzt klar, was sie vollbracht haben. „Vor der Saison haben uns alle Experten mit Abstand als Tabellenletzten gesehen. Die haben wir jetzt Lügen gestraft. Wir haben Historisches erreicht“, sagte Pinguins-Manager Hauke Hasselbring. „Wir sind stolz. Außer den Leuten bei uns in der Umkleidekabine haben nicht viele daran geglaubt, dass wir es in die Playoffs schaffen könnten“, sagte Kapitän Mike Moore. „Es war nicht einfach. Es gab ein paar Höhen und Tiefen in der Saison, aber wir haben immer gekämpft. Jetzt sind wir sehr glücklich, dass wir es geschafft haben.“

Ein Punkt Vorsprung auf Düsseldorf

Einen Punkt Vorsprung auf Düsseldorf retteten die Pinguins ins Ziel. Lange hatten sie in der Schlussphase der Saison auf Platz acht gestanden, der sogar Heimrecht im ersten Playoff-Spiel bedeutet hätte. Nun sind sie Zehnter und müssen ab Mittwoch gegen Ingolstadt um den Einzug ins Viertelfinale kämpfen. Wer zuerst zwei Spiele gewinnt, ist weiter. Vielleicht ist das sogar gut für die Bremerhavener. In der Hauptrunde haben sie die Ingolstädter dreimal geschlagen.

Owens: Wir haben charakterstarke Typen

Auch wenn der Playoff-Einzug der Pinguins die größte Sensation dieser DEL-Saison war, von den Spielern war niemand so wirklich überrascht. „Unser Ziel war vom Saisonanfang an, die Playoffs zu erreichen, weil wir vom ersten Tag an gemerkt haben, dass wir eine gute Truppe haben. Charakterstarke Typen, die hart arbeiten und ihr Ego draußen vor der Tür lassen“, sagte Jordan Owens. Damit bestätigt er den Eindruck seines Trainers Thomas Popiesch: „Wir wussten im August nicht, wo wir stehen, unsere Gegner auch nicht. Aber ich wusste von den ersten Trainingswochen an, dass die Mannschaft sehr hart und diszipliniert arbeitet und alles dem Erfolg unterordnet. Das hat sich in der ganzen Saison bestätigt. Wir hatten in jedem Spiel Chancen, Punkte zu holen.“

Jeremy Welsh trifft gegen München doppelt

Das galt auch für die letzte Partie der Hauptrunde gegen Titelverteidiger München. Jeremy Welsh erzielte zwei Treffer, darüber hinaus erspielten sich die Pinguins noch eine Reihe großer Chancen gegen eine der Top-Mannschaften der Liga. Wieder wurde deutlich, wie euphorische Fans eine Mannschaft nach vorne treiben können. „Wie die Zuschauer uns unterstützt haben, da kann man nur den Hut ziehen“, sagte Popiesch. Das könnte auch am Freitag im zweiten Pre-Playoff-Spiel in Bremerhaven entscheidend werden.

In den Pre-Playoffs gegen Ingolstadt

München ist mit dem Sieg in Bremerhaven erneut Hauptrunden-Meister geworden. Im Abschluss hatten die Gäste ein Quäntchen mehr Durchschlagskraft. Brooks Macek gelangen alle drei Treffer. „Es war ein gutes Spiel von uns, wir haben über 60 Minuten durchgezogen. Schade, dass wir verloren haben“, sagte Stürmer Cory Quirk. Sein Manager Hauke Hasselbring ist sicher, dass sich das schon am Mittwoch ändern wird. „Ich tippe, wir gewinnen die Serie mit 2:0. Als zweiter Neuling haben wir die Playoffs der DEL erreicht. Das wird uns in den Spielen gegen Ingolstadt pushen.“

Die Statistik zum Spiel

Fischtown Pinguins - Red Bull München 2:3 (0:0, 1:1, 1:2) Pinguins Tor: Nieminen (Kuhn); Abwehr: Moore, Maschmeyer – Bergman, Lampl – Pentikäinen, Tiffels; Angriff: Combs, Hoeffel, Welsh – Hooton, Quirk, Owens – Mauermann, Bast, George – Zucker, Körner, Dejdar München: Tor: Aus den Birken (Leggio); Abwehr: Kettemer, Regher – Sauvé, Joslin – Abeltshauser, Boyle – Smaby; Angriff: Christensen, Aucoin, Macek – Seidenberg, Matsumoto, Wolf – Kastner, Kahun, Mauer – Wörle, Eder, Flaake Tore: 1:0 (24:22) Welsh (Bergman, Hoeffel); 1:1 (36:09) Macek (Aucoin, Joslin) bei 5/4, 1:2 (42:23) Macek (Aucoin) bei 4/5; 1:3 (48:08) Macek (Aucoin, Smaby); 2:3 (52:28) Welsh (Quirk, Hooton) bei 5/4 Strafzeiten: Pinguins: 8 Minuten – München: 6 Minuten + 5+SPD Sauvé und 5+SPD Kastner Schiedsrichter: Stephan Bauer, Daniel Piechazek Zuschauer: 4647 (ausverkauft)

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