Wasser spritzt aus dem Bohrloch. Die Bewohner des Dorfes Asouti haben endlich etwas, was hierzulande selbstverständlich ist: eine Wasserversorgung in ihrem direkten Lebensumfeld.

Wasser spritzt aus dem Bohrloch. Die Bewohner des Dorfes Asouti haben endlich etwas, was hierzulande selbstverständlich ist: eine Wasserversorgung in ihrem direkten Lebensumfeld.

Foto: pr

Bremerhaven

Ein Brunnen für die Menschen in Asouti

Von Andrea Lammers
16. September 2017 // 14:30

„Das ist mein Hobby“, sagt Paulo Fernandes schlicht. Gerade ist der junge Mann aus Asouti, einem kleinen Dorf in Afrika, zurückgekehrt. Seine Mission: den Dorfbewohnern eine Wasserstelle zu ermöglichen. Praktisch hieß das: Spenden generieren, erleben, dass Wasserstrahlen aus dem Boden schießen und den Dorfbewohnern Freudentränen in die Augen.

Kinder holten Wasser aus dem Fluß

"Zuvor war es nämlich so, dass die Kinder des Dorfes morgens immer stundenlang Wasser aus einem Fluss holen mussten, damit ihre Familien versorgt waren“, berichtet der 28-Jährige. „Das hat dazu geführt, dass sie häufig verspätet oder gar nicht in die Schule kamen.“ Kein Unterricht, weniger Bildung, schlechtere Zukunftsaussichten – „Das war ein sehr großes Problem in dem Dorf, wie mir auch der Lehrer dort versichert hat“, sagt Fernandes. Der gebürtige Bremerhavener lebt heute in Frankfurt und arbeitet als IT-Berater bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Spendenplattform im Internet

Das Thema Entwicklungshilfe begleitete ihn schon während seines Studiums. „Was lässt sich dort nachhaltig zu Gunsten der wirtschaftlichen Situation der Menschen verändern? Seine damalige Mitbewohnerin absolvierte zu dem Zeitpunkt gerade ein freiwilliges soziales Jahr in Ghana: „Von ihr erfuhr ich von den Umständen und von möglichen Projekten, unter anderem dem Versuch, ein Bohrloch für Wasser in Asouti, einzurichten.“ Spenden mussten her. Fernandes hatte sofort die Idee, die Möglichkeiten des Internets für deren Akquise zu nutzen. „Die Spendenplattform ‚Better Place‘ schien mir geeignet. Dort kann man Projekte online stellen und um Spenden werben.

Verein für neue Hilfsprojekte geplant

Für Fernandes ist seine Mission damit noch längst nicht beendet. Im Gegenteil: Gemeinsam mit seinen Mitstreitern möchte er demnächst einen Verein gründen und neue Hilfsprojekte anschieben. „In dem Land bewegt sich etwas. Dort ist durchaus der Wille zum Aufbruch. Und es gibt noch so unendlich viel zu tun. Die Infrastruktur ist halt sehr schwach.“ Als nächstes wollen Fernandes und seine Unterstützer den Bau eines weiteren Wasserloches ermöglichen, das heißt vor allem zunächst neue Spender zu finden. Darüber hinaus sind sie mit der Deutschen Botschaft in Accra in Kontakt, um eine weitere Schule zu planen und schließlich zu realisieren. „Wir haben sehr viele Ideen. Es ist ein gutes Gefühl, dass sich soviel bewegen lässt, wenn man es nur wirklich will.“

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