Neubürger Christoph Käfer hat für seine Kolumne nicht allzu viel Lob von den Lesern bekommen.

Neubürger Christoph Käfer hat für seine Kolumne nicht allzu viel Lob von den Lesern bekommen.

Foto: Scheschonka

Bremerhaven

Ein Neubürger fragt: Warum hassen die Bremerhavener den Neubürger Christoph Käfer?

Von Christoph Käfer
3. Januar 2017 // 11:00

Christoph Käfer ist der Neue. Kürzlich ist er von Flensburg nach Bremerhaven gezogen und arbeitet seitdem in der Onlineredaktion. Als Neubürger fallen ihm ständig Eigenarten in der Stadt auf, bei denen er sich fragt: Warum ist das eigentlich so? Denen geht er auf den Grund und schreibt jeden Dienstag auf nord24 darüber. Heute: Warum hassen die Bremerhavener den Neubürger Christoph Käfer?

Vom Kollegen gelernt

"Es ist nicht Teil unseres Berufs, sich Freunde zu machen." Dieser Satz stammt von einem geschätzten Journalisten-Kollegen aus Schleswig-Holstein, den er mir zu Beginn meines Volontariats mit auf den Weg gab. Und spätestens seit der Neubürger-Kolumne auf nord24.de wissen auch die Bremerhavener, dass ich mir diesen Hinweis des Kollegen sehr zu Herzen genommen habe.

Time to say Goodbye

So, nun aber mal Spaß beiseite: Nachdem ich an dieser Stelle rund fünf Monate lang einmal pro Woche über meine Eindrücke als Bremerhavener Neubürger berichtet habe, ist es nun an der Zeit, "Tschüß" zu sagen, jedenfalls was diese Kolumne betrifft. Mittlerweile gehe ich nicht mehr wirklich als Neubürger durch.

Bremerhaven als neue Heimat entdeckt

Außerdem gehen mir ohnehin allmählich die (negativen) Inhalte aus, über die ich schreiben könnte, denn Bremerhaven ist eine wirklich schöne und liebenswerte Stadt, die ich in den letzten Monaten mehr und mehr für mich entdeckt habe.

Deutliche Leserkommentare

Sätze wie dieser müssen für viele Stammleser der Kolumne wie Hohn und Spott klingen, nachdem ich in den vergangenen Wochen und Monaten scheinbar beinahe keine Gelegenheit ausgelassen habe, über die Bremerhavener und ihre Eigenarten herzuziehen. Davon fühlten sich zahlreiche Leser persönlich angegriffen und konterten - leider nicht immer oberhalb der Gürtellinie:

Wie es in den Wald hineinschallt...

Aber Schwamm drüber. Wie es in den Wald hineinschallt, schallt es auch wieder heraus, also bin ich selbst dran schuld. Doch auch wenn es nicht den Anschein hatte, war es keineswegs von vornherein meine Absicht, mit der Kolumne dermaßen zu provozieren und polarisieren, wie dies zuletzt der Fall war.

Kolumne mit Augenzwinkern

Tatsächlich lautete der Plan, eine persönliche und authentische Kolumne über meine Eindrücke als Zugezogener zu schildern. Persönlich und authentisch war die Kolumne definitiv, wenngleich mit meiner eigenen selbstironischen Note. Von meinen Eltern habe ich früh gelernt, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen und über sich selbst lachen zu können, weshalb die Kolumne auch nie so ernst und verbittert gemeint war, sie sie auf viele Leser offenbar wirkte.

Erfolgsrezept beibehalten

Doch so absurd es klingt: Je provokanter die Kolumnen-Beiträge wurden und je deftiger die Kritik der Leser daran ausfiel, desto erfolgreicher war der jeweilige Beitrag. Also hielt ich an diesem Erfolgsrezept fest, denn wie heißt es doch so schön: "Never change a winning team." Umgekehrt zeigte die Erfahrung aber auch, dass Kolumnen-Beiträge mit harmloserem Inhalt kaum von den Lesen wahrgenommen wurden - obwohl gerade das Woche für Woche von einigen vehement gefordert wurde.

Kolumne über Eigenarten

Ursprünglich angedacht war übrigens ein Format, das sich selbst nicht allzu ernst nimmt und diverse Bremerhavener Eigenarten, die mir als Neubürger auffallen, mit einem Augenzwinkern beleuchtet. Das kam leider nicht bei allen Lesern so an:

Wilde Spekulationen

Einige Leser der Kolumne waren sogar dermaßen sauer und frustriert, dass sie in einer großen Bremerhaven-Gruppe auf Facebook die grundsätzliche Glaubwürdigkeit von nord24-Beiträgen aufgrund meiner Kolumne infrage stellten und sich zu wilden Spekulationen hinsichtlich meiner Person hinreißen ließen anstatt ihre Kritik direkt an mich zu richten.

Hater-Treffen im richtigen Leben

Durch Zufall erfuhr ich davon und lud die sechs größten Kolumnen-Kritiker zu einem Kennenlernen ein. Also nicht im Internet, sondern im richtigen Leben. Denn sich hinter einem anonymen (Fake-)Profil bei Facebook zu verstecken, das kann jeder.

Gutes Gespräch

Mit Ingo Ricklefs und Marc Szotkiewicz folgten immerhin zwei der sechs Leser meiner Einladung. Bereut hat keiner von uns das Gespräch und stattdessen vielmehr gegenseitiges Verständnis füreinander aufgebracht. "Ich habe mir fast schon gedacht, dass die Kolumnen-Beiträge nicht alle bierernst gemeint sind", sagte Szotkiewicz anschließend.

Missverständnis bei Kolumne

Ich würde mich freuen, wenn er mit dieser Ansicht nicht allein dasteht. Über Bremerhaven wurde und wird außerhalb der Stadtgrenzen ohnehin viel zu viel Schlechtes erzählt und berichtet, da bedarf es nicht noch einer Kolumne eines Neubürgers, die sich in diesen Abgesang einreiht. Und diesen Anspruch hatte sie auch nie.

Ein Neubürger fragt: Warum hassen die Bremerhavener den Neubürger Christoph Käfer?

Christoph Käfer ist ein Neubürger in Bremerhaven. Und einige Dinge kommen ihm komisch vor. Für nord24.de hat er nachgefragt, warum manches so ist, wie es ist.

Foto: Scheschonka

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