Voll konzentriert: Eismeister Samir Choueiki.

Voll konzentriert: Eismeister Samir Choueiki.

Foto: Scheschonka

Bremerhaven

Eismeister: Experten für rutschiges Terrain

Von Marcus Kretzner
21. Oktober 2017 // 17:00

Pünktlich um 15.25 Uhr ertönt die Sirene. Startschuss für Samir Choueiki. Die Türen an der Bande in der Ecke öffnen sich, Choueiki steigt auf die Eismaschine Red Wolf und begibt sich auf rutschiges Terrain. Willkommen in der Eisarena Bremerhaven, dem Arbeitsplatz von Eismeister Samir Choueiki.

Vier fest angestellte Eismeistern in der Eisarena Bremerhaven

Es ist Sonnabend, in der Eisarena findet gerade der öffentliche Eislauf statt. Während sich draußen der Sommer noch einmal kurz blicken lässt, sind drinnen etwa 100 Kufenflitzer unterwegs und gleiten über das Eis. „3,5 Zentimeter dick ist das Eis“, berichtet Samir Choueiki. Der 32-Jährige weiß es ganz genau, Choueiki ist einer von vier fest angestellten Eismeistern in der Eisarena.

Arbeit in zwei Schichten: von 7 Uhr bis Mitternacht

An diesem Sonnabend ist für Choueiki um 15 Uhr Dienstbeginn. „Wir arbeiten in zwei Schichten. Jeden Tag von 7 Uhr bis Mitternacht“, erzählt er. Denn es ist immer etwas los in der Eisarena, nicht nur am Wochenende. „Schulklassen, Profi-Eishockeyspieler, Amateur-Eishockeyspieler, Eiskunstläufer – sie alle wollen gutes Eis haben“, sagt Choueiki. „Es ist aber nicht so, dass wir nur für das Eismachen zuständig sind“, sagt Choueiki. „Wir haben auch noch andere Aufgaben.“ Als er das sagt, läuft er schnurstracks auf ein Eishockeytor zu. „Das hier zum Beispiel“, und zeigt auf ein kaputtes Tornetz. „Das gehört auch dazu, alles zu kontrollieren und gegebenenfalls zu reparieren“, sagt er. Auch die Sitze in der Halle werden jeden Tag kontrolliert. Ebenso müssen sich die Eismeister beim Schlittschuhschleifen beweisen. „Es sind eben auch viele Hausmeistertätigkeiten dabei“, erzählt Choueiki und blickt dabei zufrieden drein. „Es ist ein schöner Job, den ich habe.“

Zwei Eismaschinen stehen in den Katakomben der Eisarena

Doch wie funktioniert das eigentlich, mit dem „Eismachen“? Choueiki zeigt die Fahrzeuge, die dafür sorgen, dass alle Kufenflitzer zufrieden sind. Zwei Eismaschinen stehen in den Katakomben der Eisarena. „Unser Red Wolf ist noch ziemlich neu. Den haben wir jetzt seit einem halben Jahr“, erklärt er. Der Red Wolf, Baujahr 2017, ist ein Italiener. Genauer gesagt, Südtiroler. Denn gebaut werden diese Eismaschinen in der kleinen Pustertaler Gemeinde Terenten. Dort hat die Herstellerfirma Engo ihren Sitz. Auch die zweite Eismaschine ist eine von Engo, sie ist das Vorgängermodell des Red Wolf und seit der Eröffnung der Eisarena im Jahr 2011 im Einsatz.

Die Temperatur des Wassers liegt bei 40 Grad

Choueiki setzt sich auf die Maschine. Dann geht es aufs Eis. Ein scharfer Hobel kratzt das gebrauchte Eis ab, dann wird warmes Wasser aufgetragen. Die Oberfläche wird so wieder spiegelglatt. „Die Temperatur des Wassers liegt bei 40 Grad“, erläutert der Bremerhavener. „Damit erzielen wir die besten Ergebnisse.“ Der 32-Jährige fährt mit dem Red Wolf immer links herum. An der Seite ist ein Abstandhalter angebaut, der verhindert, dass die Maschine an die Bande prallt. An der Bande sammelt sich besonders viel „Schnee“, also altes Eis, das die Eisläufer beim Skaten produzieren.

1100 Liter Wasser an Bord

Mit konzentriertem Blick zieht Choueiki seine Runden über die 1800 Quadratmeter große Fläche. In der Eismaschine hat er 1100 Liter Wasser für seine Tour zur Verfügung. Zunächst fährt er zwei Ringe von außen nach innen. Dann geht es längs über die Eisfläche. Bis zu zwölf Kilometer pro Stunde sind drin. Als alles spiegelglatt ist, fährt Choueiki zurück in die Katakomben. „Jetzt haben wir die Eisdicke um einen halben Millimeter erhöht“, sagt er und fährt mit der Eismaschine an eine Art Wanne, wo der Red Wolf den ganzen Schnee ausspuckt.

Ganz schön cool

Wenn die Eishockey-Profis der Fischtown Pinguins ein Heimspiel haben, schauen dem 32-Jährigen auch mal mehr als 4000 Zuschauer dabei zu, wie er seine Runden dreht. „Das macht mir nichts. Nervös bin ich deswegen nicht“, sagt Choueiki. „Das Eis zu bereiten ist schließlich mein Job.“ Da ist er, wie es sich für einen Eismeister gehört, eiskalt. Ganz schön cool eben.

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