Amoktat an Bremerhavener Schulen: In höchster Sorge um ihren Sohn und alle anderen Kinder, die im Schulgebäude evakuiert ausharren, sprechen Benek Tekinersoy (Zweite von rechts), Klassen-Elternsprecherin, und ihr Mann Hakan, mit Jürgen Steininger (links) und seiner Frau.

Amoktat an Bremerhavener Schulen: In höchster Sorge um ihren Sohn und alle anderen Kinder, die im Schulgebäude evakuiert ausharren, sprechen Benek Tekinersoy (Zweite von rechts), Klassen-Elternsprecherin, und ihr Mann Hakan, mit Jürgen Steininger (links) und seiner Frau.

Foto: Schwan

Bremerhaven

Eltern in Sorge: „Diese Angst, dass drinnen noch ein Irrer herumläuft“

19. Mai 2022 // 20:23

Der Tag, der für Bremerhaven zum Albtraum wurde: Eltern scharen sich voll Angst vor der Schule, Jugendliche wuseln verstört herum. Reaktionen Betroffener.

Verzweiflung löst sich in erleichterten Tränen auf

„Endlich mein Kind, du darfst raus, komm sofort zu uns, wir warten gegenüber!“ Benek Tekinersoy brüllt es weinend und lachend zugleich ins Handy. Eben gibt ihr Sohn Thabn durch, dass die Klasse jetzt, nach rund drei Stunden eingesperrt im Klassenraum, die Schule verlassen darf.

Hakan Tekinersoy klebt am Handy, während er darauf wartet, dass sein Sohn Than die Schule hoffentlich wohlbehalten verlassen darf. Er zeigt die breaking news aus der Türkei: Auch die große Tageszeitung "Sözcü" in Istanbul titelt zwei Stunden nach dem Überfall an der Schule "Amoklauf an deutscher Schule in Bremerhaven".

Hakan Tekinersoy klebt am Handy, während er darauf wartet, dass sein Sohn Than die Schule hoffentlich wohlbehalten verlassen darf. Er zeigt die breaking news aus der Türkei: Auch die große Tageszeitung "Sözcü" in Istanbul titelt zwei Stunden nach dem Überfall an der Schule "Amoklauf an deutscher Schule in Bremerhaven".

Foto: Schwan

Angst vor unentdeckten weiteren Attentätern

Drei Stunden voller Angst, Unsicherheit, Warten und auf gesicherte Informationen hoffend: Thans Eltern kleben wie alle anderen dies- und jenseits der großräumigen Absperrungen am Handy. „Ich habe am meisten Angst, dass die Kinder dann die Klasse verlassen dürfen, aber noch ein Irrer unbemerkt drin ist und wieder schießt.“ Benek Tekinersoy grübelt: „Es gibt so viele gestörte, kranke Menschen. Und Corona hat das bei denen noch verschlimmert.“

Ex-Pauker vom Lloyd beruhigt verstörte Eltern

Gegenüber des Gymnasiums, in dem ein Mann mit einer Armbrust geschossen hat, versucht Jürgen Steininger im Gespräch Eltern zu beruhigen. „Es gibt ausgefeilte Katastrophenpläne, das Kollegium ist sehr gut auf so einen Fall vorbereitet“, weiß der Rentner, der selbst gut 40 Jahre lang am Lloyd Gymn Lehrer war. „Das hier ist das Schlimmste, was sich ein Lehrer überhaupt vorstellen kann.“

Wie verstörte Eltern, Schüler und Umstehende auf die grauenhafte Situation reagieren, lesen Sie in der NORDSEE-ZEITUNG und auf Nord|Erlesen.

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