Gemeinsam mit ihren Mitbewohnerinnen freuen sich Wilma Humpich (links) und Lieselotte Sadler (2. von rechts) auf Murat Kirhans (2. von links) Weihnachtsessen.

Gemeinsam mit ihren Mitbewohnerinnen freuen sich Wilma Humpich (links) und Lieselotte Sadler (2. von rechts) auf Murat Kirhans (2. von links) Weihnachtsessen.

Foto: Hirschberg

Bremerhaven
Cuxland

Gastronom spendiert Weihnachtsschmaus für 1200 Senioren

Von nord24
23. Dezember 2017 // 17:30

Gerade in der Weihnachtszeit liegen Murat Kirhan, Inhaber und Küchenchef des Restaurants Mut’s Kitchen, besonders ältere Menschen am Herzen, die Weihnachten vielleicht allein verbringen müssen. 

Seit Jahren bewirtet  Murat Kirhan Senioreneinrichtung

Seit Jahren bewirtet er daher kurz vor Weihnachten Bewohner und Mitarbeiter einer Senioreneinrichtung in Bremerhaven und umzu auf eigene Kosten mit einem Weihnachtsessen – diesmal waren es 1200 Personen.

Feierliches Menü mit Entenbrust

Am 21. und 22. Dezember hat Murat Kirhan gemeinsam mit seinen Angestellten und unterstützenden Familienmitgliedern für rund 1200 Personen ein feierliches Menü bestehend aus Hähnchen- und Entenbrust, Lachs, Rotkohl, Gemüse, Kartoffelgratin und Puddingnachspeise zubereitet.

Auch Mitarbeiter dürfen mitessen

Genießen konnten es nicht nur die Bewohner, sondern auch die Mitarbeiter von insgesamt zwölf Seniorenhäusern und Einrichtungen für psychisch Kranke in Bremerhaven, Debstedt, Langen, Spaden, Bad Bederkesa, Cuxhaven und Bremen. In diesem Jahr fand die Aktion zum siebten Mal statt. „Die vergangenen Jahre haben wir immer nur eine Einrichtung bekocht“, berichtet Kirhan, der sein Anliegen auf Facebook gepostet hat. „Wir hatten so viele Anfragen, dass wir uns diesmal für zwölf Häuser an zwei Tagen entschieden haben – da hat man extrem viel zu tun.“

"In der Weihnachtszeit geht es um das Miteinander"

Doch der mit der Arbeit verbundene Stress sei nebensächlich, wenn er an seine Beweggründe, an das Älterwerden, an die Gesundheit und an die Gemeinschaft denkt. Alles andere sei nebensächlich. „In der Weihnachtszeit geht es um das Miteinander, um das gemeinschaftliche Am-Tisch- Sitzen und um die Zusammengehörigkeit“, betont der Koch.

400 Kilogramm Lachs, 250 Kilogramm Fleisch

Dazu gehöre natürlich auch gutes Essen: Geschätzte 400 Kilogramm Lachs (gesponsert von Castro Seafood aus Bremerhaven), 250 Kilogramm Fleisch und 180 Kilogramm Kartoffeln wurden laut Kirhan von früh bis spät von sieben Köchen verarbeitet. Mindestens zwei seiner Helfer seien jeweils in einer angelieferten Einrichtung für den weiteren Ablauf vor Ort gewesen. Sogar um Wein und um eine weihnachtliche Tischdekoration habe sich das Team gekümmert.

Freude bei den Bewohnern

„Ich finde die ganze Aktion sehr nett und freue mich schon auf die Entenbrust“, sagt Lieselotte Sadler zufrieden. Die 98-Jährige lebt bereits seit 17 Jahren im Bremerhavener Pflegeheim Gerhard-van-Heukelum-Haus der Arbeiterwohlfahrt.

Erstes Weihnachten in Senioreneinrichtung

Mitbewohnerin Wilma Humpich (70) lacht. Auch sie freue sich. „Auf alle Fälle“, sagt sie und bezieht sich dabei auf die ebenfalls von ihr gewählte Entenbrust. Sie sei erst seit etwa neun Monaten in der Einrichtung, somit sei es ihr erstes Weihnachten dort. „Und dann gleich so eine tolle Aktion“, meint sie und erzählt, dass sie glücklicherweise die Weihnachtszeit nicht ohne Familienmitglieder verbringen muss. „Am ersten Weihnachtsfeiertag kommen meine sechs Enkelkinder, meine Tochter und mein Schwiegersohn.“ Auch Lieselotte Sadler ist nicht allein. Heiligabend komme ihre Familie mit acht Personen zu ihr. „Ich selber kann ja nicht mehr so – ich freue mich darauf.“

Leiter des Gerhard-van-Heukelum-Hauses ist begeistert

Reinhold Beekhuis, Leiter des Gerhard-van-Heukelum-Hauses, ist begeistert: „Für unsere 59 Bewohner und fast ebenso viele Mitarbeiter ist die Aktion ein ganz besonderes Highlight, einmal auf so eine außergewöhnliche Art bekocht zu werden.“ Den Beweggründen von Murat Kirhan stimme er voll und ganz zu. Sie seien ein Denkanstoß. Seit 40 Jahren ist Beekhuis in der Altenpflege tätig. Er ist überzeugt: „Verantwortung für andere auch außerhalb der Familie zu übernehmen, die Hilfe und Unterstützung brauchen, ist das, worauf es ankommt.“

Kirhan schaut überall nach dem Rechten

An den beiden Aktionstagen war Murat Kirhan viel unterwegs. In jeder bewirteten Einrichtung war er vor Ort, um nach dem Rechten zu schauen. Warum nimmt er die viele Arbeit auf sich? „Ich sehe den Erfolg meiner Arbeit darin, wenn alles fertig ist und sich die Bewohner darüber freuen.“ (bhi)

Immer informiert via Messenger
Sollte es in Deutschland eine Impfpflicht geben?
2928 abgegebene Stimmen
Folge den Pinguins via Messenger