Spätestens bei der nächsten Grippewelle wird es zu massiven Unterrichtsausfällen kommen, sagt die Lehrergewerkschaft GEW voraus.

Spätestens bei der nächsten Grippewelle wird es zu massiven Unterrichtsausfällen kommen, sagt die Lehrergewerkschaft GEW voraus.

Foto: Gollnow/dpa

Bremerhaven

Gewerkschaft: Lehrermangel an Bremerhavener Schulen dramatisch

Von Tobia Fischer
28. August 2019 // 19:00

Die Situation an den Schulen in Bremerhaven ist dramatisch. Das sagt die Lehrergewerkschaft GEW, die sich nach Schuljahresbeginn bei Lehrern und Schulleitungen über die Lage informiert hat. 

Versorgungsgrad: 96,6 Prozent

In Bremerhaven, wo nach der offiziellen Statistik des Schulamts 40 Vollzeit-Lehrerstellen zum Schulstart unbesetzt blieben, beträgt der Versorgungsgrad 96,6 Prozent und ist damit niedriger als in der Stadt Bremen (99,2 Prozent). "Versprochen sind im Koalitionsvertrag der rot-grün-roten Landesregierung 105 Prozent, wenn auch sukzessive", so Bernd Winkelmann, GEW-Landesvorstandssprecher.

GEW: Schüler werden Mangel spüren

Würden die 105 Prozent bereits gelten, fehlen nicht 40, sondern 100 Lehrer in Bremerhaven. Jetzt werden die Schüler und Eltern den Lehrermangel wieder spüren – etwa in Form von Unterrichtsausfällen.

Grippewelle

"Die Schulen haben keinerlei Reserve. Spätestens bei der ersten leichten Grippewelle kommt es zu massiven Unterrichtsausfällen", so Winkelmann. Der Lehrermangel werde ohnehin verkleistert.

"Unterrichtsqualität leidet"

Die Kollegen aus den Schulen berichteten, dass Doppelbesetzungen, die für den inklusiven Unterricht fest eingeplant sind, ausfallen und dass zusätzliche Stunden für Lehrer sowie die parallele Betreuung von zwei Klassen mittlerweile gängige Mittel seien, um Schule noch zu gewährleisten. "Darunter leidet die Unterrichtsqualität", sagt Winkelmann.

Immer informiert via Messenger
Angela Merkels ist nach 16 Jahren nicht mehr Kanzlerin. Was bleibt am meisten in Erinnerung?
343 abgegebene Stimmen
Folge den Pinguins via Messenger