Auch, wenn die Brunnen im Wasserwerkswald stillgelegt wurden, das dortige Pumpwerk (Foto) ist nach wie vor in Betrieb. Es verteilt Wasser, das in den anderen Wasserwerken der SWB gewonnen wird, an die Verbraucher.

Auch, wenn die Brunnen im Wasserwerkswald stillgelegt wurden, das dortige Pumpwerk (Foto) ist nach wie vor in Betrieb. Es verteilt Wasser, das in den anderen Wasserwerken der SWB gewonnen wird, an die Verbraucher.

Foto: van Veenendaal

Bremerhaven

Grundwasserproblem Wulsdorf: Interessengemeinschaft präsentiert neue Idee

Von Susanne van Veenendaal
13. Oktober 2018 // 15:30

Kann für das Grundwasserproblem in Bremerhaven-Wulsdorf noch eine Lösung gefunden werden? Die Zeit wird langsam knapp. Am Mittwoch endet die achtwöchige Frist, die sich die Stadt selbst gegeben hat, um noch einen Ausweg aus der Misere zu finden. Aus Sorge, dass die Flinte vorschnell ins Korn geworfen wird, haben Bürger nun einen neuen Vorschlag präsentiert.

Letzte Chance Bauausschuss

Gespannt erwartet die Interessengemeinschaft (IG) Wasserwerk-Wulsdorf den Mittwoch. Im Bau- und Umweltausschuss soll die Problematik des gestiegenen Grundwassers rund um den Wulsdorfer Wasserwerkswald behandelt werden. Wenn dort keine Möglichkeit aufgezeigt wird, das Gebiet zu entwässern, könnte dies für die betroffenen Anwohner die letzte Chance gewesen sein. Schließlich war bereits bei der vorherigen Ausschusssitzung der Plan verworfen worden, das Wasser über ein Drainage-System zu sammeln, und dann über Kanäle abzuleiten. Grund: Das Wasserhaushaltsgesetz verbietet die Vernichtung der Ressource Grundwasser.

Ahnthammsmoor als Rettungsring

Eine Vernichtung ist doch auch gar nicht nötig, meint die Interessengemeinschaft. Sie schlägt eine Umlagerung des Wassers vor. Die Idee lässt sich folgendermaßen skizzieren: Zunächst sollte ein Grundwasserkataster erstellt werden. Auf dieser Grundlage könnten dann eine Drainage und Flachbrunnen angelegt werden. Bei Letzterem handelt es sich um vertikale Brunnen, die für die Grundwasserabsenkungen in geringen Tiefen eingesetzt werden. „Diese kommen dann zum Einsatz, wenn die Drainage an manchen Stellen nicht ausreichen sollte“, erläutert Hero Lang von der Interessengemeinschaft. Das auf diese Weise gesammelte Wasser könnte dann per Rohrleitung in das Ahnthammsmoor geführt werden, um dort zu verrieseln. Der Energieversorger SWB wolle seine dortige Wassergewinnung ohnehin aufstocken, um sein Wasserwerk im benachbarten Bexhövede zu unterstützen.

SWB hält sich bedeckt

Die SWB möchte den Vorschlag der Interessengemeinschaft zu diesem Zeitpunkt nicht bewerten. „Die Entwässerung des Gebiets ist das alleinige Thema der Stadt“, stellt Pressesprecher Alexander Jewtuschenko klar. Wenn Stadt und Interessengemeinschaft diese Idee verfolgen möchten, sei man natürlich zu Gesprächen bereit. Ob es möglich wäre, das Wasser im Ahnthammsmoor verrieseln zu lassen, müsse die SWB erst prüfen und dann bewerten. Unabhängig davon stehe vonseiten der SWB das Geld aus dem Hilfsfonds Wulsdorf, der eine Kooperation des Magistrats und der SWB-Tochter Wesernetz ist, bereit. „Wir warten nur auf die Zustimmung der Stadt“, sagt Jewtuschenko.

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