Nach dem Brand in der Wülbernstraße in Lehe (Archivfoto) wurde eine Expertenkommission gegründet, die helfen sollte, Brände in sogenannten "Problemimmobilien" zu verhindern.

Nach dem Brand in der Wülbernstraße in Lehe (Archivfoto) wurde eine Expertenkommission gegründet, die helfen sollte, Brände in sogenannten "Problemimmobilien" zu verhindern.

Foto: Overschmidt

Bremerhaven

Immer mehr Brände in Bremerhaven: Problemimmobilien geht es an den Kragen

Von nord24
6. November 2017 // 19:00

Die Zahl der Brände in Bremerhaven steigt und steigt. In den ersten neun Monaten des Jahres rückte die Feuerwehr zu 425 Brandeinsätzen aus. Die Expertenkommission unter Leitung der Feuerwehr hat jetzt erste Erfolge im Kampf gegen Problemimmobilien zu verzeichnen. Bei 14 Häusern wurden Mängel festgestellt.

425 Brände in Bremerhaven

Die Zahl der Brände in Bremerhaven hat sich in den ersten neun Monaten des Jahres gegenüber dem Vergleichsmonaten 2016 fast durchgängig verdoppelt. Bis September 2016 hat es in der Seestadt 425 Mal gebrannt, im gesamten Jahr 2016 „nur“ 317 Mal. In dieser Statistik sind alle Brandeinsätze (ohne Fehlalarme) im Zuständigkeitsbereich der Feuerwehr Bremerhaven erfasst.

114 Problemimmobilien in Bremerhaven

Die erste Bilanz aus der Expertenkommission von Feuerwehrdezernent Jörn Hoffmann (SPD)  ist eindrucksvoll: Bislang wurden im Stadtgebiet 114 Häuser auf die Liste der Problemimmobilien gesetzt, davon waren 40 Häuser bewohnt und 74 unbewohnt. Teilweise wurden Brandschutzauflagen nicht erfüllt, teilweise wurden baurechtliche Anforderungen nicht erfüllt.

14 Anhörungen wegen vorhandener Mängel

Zwölf Häuser wurden intensiv überprüft. Unterm Strich kam es laut Hoffmann zu 14 Anhörungen wegen vorhandener Mängel, drei Zwangsgeldandrohungen und zehn Nutzungsuntersagungen. Zwanzig weitere Immobilien sollen in Kürze unter die Lupe genommen werden.

Einige Besitzer sind verärgert

Die Besitzer der Immobilien reagierten höchst unterschiedlich, heißt es von der Feuerwehr. Einige signalisierten sofort Bereitschaft, Mängel zu beseitigen, andere drohten der Stadt juristische Gegenwehr an. Häufiges Problem: Die Immobilien gehören häufig nicht Bremerhavenern, sondern Investoren aus dem In- und Ausland.

Fünf erfolgreiche Sanierungen

Es gibt auch gute Nachrichten: Fünf Immobilien, die bislang als Problemimmobilien eingestuft worden waren, wurden von der Liste gestrichen. Warum? "Weil sie saniert wurden", so Jörn Hoffmann.

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