Drei Mal innerhalb eines Monats wurde eine Israel-Fahne vom Mast auf dem Vorplatz des Deutschen Auswandererhauses entwendet.

Drei Mal innerhalb eines Monats wurde eine Israel-Fahne vom Mast auf dem Vorplatz des Deutschen Auswandererhauses entwendet.

Foto: Josip Pejic

Bremerhaven

Israel-Fahne gestohlen: Staatsanwaltschaft ermittelt

10. Juni 2021 // 16:16

Nach dem wiederholten Diebstahl einer Israel-Fahne beim Deutschen Auswandererhaus hat die Hauptstelle der Staatsanwaltschaft in Bremen die Leitung der Ermittlungen übernommen.

Der selbe Täter?

Laut Staatsanwaltschaft liegen zurzeit keine konkreten Ermittlungsansätze vor, die Rückschlüsse auf den oder die Täter zulassen. „Aufgrund des engen zeitlichen Zusammenhangs gehen wir davon aus, dass die Taten von demselben Täter bzw. derselben Tätergruppe begangen wurden. Die Diebstähle werden entsprechend als zusammenhängender Fall betrachtet“, erklärte Pressesprecher Frank Passade dazu. Die Staatsanwaltschaft schließt einen politischen Hintergrund nicht aus.

Anzeige gegen Unbekannt

Dem Deutschen Auswandererhaus ist innerhalb eines Monats drei mal eine Israel-Fahne vom Mast auf dem Museumsvorplatz gestohlen worden. Erstmals hatten Diebe in der Nacht des 13. Mai zugeschlagen. Die Museumsleitung hatte daraufhin Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Auch der Staatsschutz wurde eingeschaltet. Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) hatte persönlich eine Ersatzfahne besorgt und sie der Direktorin des Auswandererhauses, Simone Blaschka, in einer symbolischen Geste überreicht.

Nur eine Woche später, in der Nacht des 19. Mai, wurde auch diese Fahne von Unbekannten gestohlen. Die Museumsdirektion erstattete wiederum Strafanzeige bei der Polizei.

Museum besser schützen

Diese geht laut Kriminaloberrätin Nadine Laue in allen drei Fällen von einem politischen Hintergrund aus, da die Vorfälle in zeitlichem Zusammenhang mit dem jüngsten Konflikt zwischen Palästina und Israel geschehen seien. „Ob es sich um zusammenhängende Geschehen handelt, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Diese Frage ist Bestandteil der polizeilichen Ermittlungen“, so Laue. Laut Magdalena Gerwien vom Deutschen Auswandererhaus führe das Museum derzeit Gespräche mit der Stadt, um das Areal vor dem Museum besser vor weiteren Diebstählen zu schützen. Über konkrete Maßnahmen machte sie keine Angaben.

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