Raubüberfälle bei denen den Opfern das Handy gestohlen wird, nehmen auch in Geestemünde zu.

Raubüberfälle bei denen den Opfern das Handy gestohlen wird, nehmen auch in Geestemünde zu.

Foto: colourbox

Bremerhaven

Kriminalität in Geestemünde macht Anwohnern Sorge

Von Laura Bohlmann-Drammeh
8. März 2017 // 07:30

Raubüberfälle, Schüsse, Körperverletzungen - Geestemünde hat in den letzten Tagen negative Schlagzeilen gemacht. Entwickelt sich der Stadtteil zu einem Kriminalitätsbrennpunkt? Vor Ort ist die Stimmung gemischt. 

Senioren trauen sich nicht auf die Straße

Klaus Dahl und Hans-Joachim Weiß von der Stadtteilkonferenz sind sicher, dass die Kriminalität in Geestemünde zu nimmt. "Die Kriminalitätssituation hat sich in Geestemünde in den letzten Jahren mit Sicherheit verschärft“, sagt er. Überfälle hätten sich vermehrt, die Bevölkerung nehme das wahr. „Ältere Menschen trauen sich abends nicht mehr auf die Straße, besonders für Frauen ist die Situation nicht einfach“, sagt Weiß.

Armut ist eine Ursache für Kriminalität

Er versuche zwar, die Menschen zu beruhigen, aber die Verunsicherung sei spürbar. „Ich glaube, das hat etwas mit der Änderung des sozialen Gefüges im Stadtteil zu tun“, sagt Weiß. Der Großteil der Bevölkerung gehöre zur Mittelschicht, doch immer mehr rutschten in die Armut ab. Weiß wünscht sich deshalb mehr Polizeipräsenz in Geestemünde. „Ich weiß, dass das wegen der Personalsituation nicht machbar ist“, räumt er ein.

Dunkle Ecken ausleuchten

Doch nicht alle im Stadtteil sehen das so. „Im Vergleich zu vor zehn Jahren, wird die Situation hier besser“, sagt Thomas Ventzke von der Werbegemeinschaft Geestemünde. Er glaubt, dass es sich bei den Vorkommnissen der letzten Tage um Einzelfälle handelt – und will nicht von einem Kriminalitätsschwerpunkt sprechen: „Es gibt ein paar dunkle Ecken, wie etwa die Feldstraße, in der einer der Raubüberfälle passiert ist. Die wollen wir aber jetzt besser ausleuchten“, sagt er.

Wirt nimmt keine Veränderung wahr

Auch aus dem Traditionsgeschäft "Schuhhaus Fuß" und dem "Restaurant an der Mühle" kommt Entwarnung: Beide Betreiber sagen, dass zunehmende Kriminalität in Geestemünde bei ihnen kein Thema sei. "Ich habe im Stadtteil keine Angst", sagt Geschäftsführerin Andrea van Kampen. Wirt Heiko Engelin ergänzt: "Meine Gäste und ich fühlen uns sicher, die Polizei passt schon auf uns auf."

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