Die Feuerwehr Bremerhaven hatte am Mittwoch einiges zu tun damit, den Brand der Laube an Weg 15 am Twischkamp zu löschen.

Die Feuerwehr Bremerhaven hatte am Mittwoch einiges zu tun damit, den Brand der Laube an Weg 15 am Twischkamp zu löschen.

Foto: Scheer

Bremerhaven

Laubenbrände in Bremerhaven: Experte vermutet Nachahmer

Von Laura Bohlmann-Drammeh
2. August 2017 // 19:31

Am Mittwochmorgen haben im Kleingartengebiet am Twischkamp in Bremerhaven schon wieder zwei Parzellen gebrannt, seit Jahresbeginn gab es damit 25 Laubenbrände in der Seestadt. Polizei und Staatsanwaltschaft geben noch keine Auskunft über die Brandursache. Aber ein Kriminologe hält es für wahrscheinlich, dass es sich bei einem Teil der Brandstifter um Nachahmer handelt.

"Lauben brennen schnell und gut"

„Wenn es sich um mehrere Täter handelt, ist es wahrscheinlich, dass wir es mit Nachahmern zu tun haben,“ sagt Professor Thomas Bliesener. Er leitet das Kriminologische Forschungsinstitut in Niedersachsen und befasst sich mit den Beweggründen von Tätern. „Wir beobachten, dass Taten wie Mülleimer- oder Autobrände nachgeahmt werden“, sagt Bliesener. Das läge einerseits an der Faszination von großen Feuern. „Lauben brennen schnell und gut.“

Tätern geht es um Macht

Andererseits ginge es den Tätern auch um Macht. „Nachahmern gibt es ein Gefühl der Selbsterhöhung, dass sie die Verursacher dessen sind, worüber die Stadt spricht“, meint Bliesener. Mediale Berichterstattung trage ihren Teil dazu bei. „Natürlich gibt es ein Informationsinteresse der Öffentlichkeit“, sagt Bliesener.

Nachahmer sonnen sich in Öffentlichkeit

Aber anstatt darüber zu berichten, wie groß das Feuer war und wie viele Einsatzkräfte es brauchte, bis es gelöscht werden konnte, sei es sinnvoll, den Tätern zu zeigen, dass sie Schaden anrichten. „Das Leid der Opfer muss ihnen bewusst werden“, so der Experte. Dann – und wenn das öffentliche Interesse abklingt – könnten die Taten weniger werden, gibt er Grund zur Hoffnung.

Feuerwehr hat viel zu tun

Für die Feuerwehr Bremerhaven seien die vielen Brände keine große Herausforderung, meint Dezernent Jörn Hoffmann. „Ja, wir haben viel zu tun, aber meine Leute stecken das professionell weg“, so Hoffmann. Dennoch danke er seinen Mitarbeitern für ihren hoch motivierten Einsatz.

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