Der Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft wegen Missbrauchs an Kindern insgesamt fünf Jahre ins Gefängnis.

Der Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft wegen Missbrauchs an Kindern insgesamt fünf Jahre ins Gefängnis.

Foto: Scheer

Bremerhaven

Missbrauch: Bremerhavener Staatsanwaltschaft fordert fünf Jahre Haft

Von Laura Bohlmann-Drammeh
22. August 2017 // 14:02

Die Staatsanwaltschaft in Bremerhaven hat am vorletzten Verhandlungstag gegen einen wegen sexuellen Kindesmissbrauchs Angeklagten 65-jährigen Bremerhavener insgesamt fünf Jahre Haft gefordert. Dem Angeklagten werden insgesamt zehn Missbrauchsfälle an zwei Mädchen vorgeworfen. Die Verteidigung plädierte hingegen auf ein Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe.

Sieben Fälle des sexuellen Missbrauchs

Die Staatsanwaltschaft sieht es in sieben Fällen aus dem Jahr 2012 als erwiesen an, dass der Angeklagte das damals achtjährige Mädchen auf seinem Parzellengrundstück in Geestemünde und in seiner Wohnung missbraucht hat. Dabei soll er das Mädchen mehrfach im Bereich der Vagina und an der Brust berührt haben.

Angeklagter hatte Taten eingeräumt

Außerdem soll er das Kind in seiner Wohnung in Geestemünde festgehalten oder so umklammert haben, dass sie sich nicht wehren konnte. Diese Fälle hatte der Angeklagte zu Beginn der Verhandlung eingeräumt. Deshalb forderte der Staatsanwalt insgesamt zwei Jahre Haft wegen dieser Handlungen.

Staatsanwaltschaft fordert insgesamt fünf Jahre Haft

Auch drei Taten aus dem Jahr 2016 gegenüber eines anderen Mädchens in der Wohnung des Angeklagten im Landkreis Cuxhaven sieht die Staatsanwaltschaft als erwiesen an. Der Angeklagte soll auch dieses Mädchen an der Vagina berührt haben und nackt vor ihr getanzt, beziehungsweise sich auf sie gelegt haben. In beiden Fällen betonte der Staatsanwaltschaft die Glaubwürdigkeit der Kindesaussagen. Weil der Mann 2016 bereits in dem anderen Fall angeklagt war, müssen diese Taten laut Staatsanwaltschaft schwerer bewertet werden, er forderte drei Jahre Haft.

Verteidiger zweifelt jüngste Vorwürfe an

Die Verteidigung hingegen betonte, dass insbesondere die Taten aus dem Jahr 2016 nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten. Zur Begründung führte er widersprüchliche Aussagen der Kindsmutter, sowie ein aus seiner Sicht zweifelhaftes Sachverständigengutachten an.

Verteidiger fordert 1 Jahr und 6 Monate Gefängnis

Unter Berücksichtung, dass der Angeklagte die ersten Fälle eingeräumt hat und in Anbetracht der Tatsache, dass das Verfahren erst vier Jahre nach der Anklage begonnen hat, forderte er deshalb insgesamt 1 Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe für seinen Mandanten. "Das wir uns nicht falsch verstehen: Es geht hier um Straftaten, die geahndet werden müssen", so der Verteidiger Thomas Domanski.

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