Beim dritten und vierten Prozesstag wegen Kindesmissbrauchs sind eine Polizistin und Gutachter vernommen worden.

Beim dritten und vierten Prozesstag wegen Kindesmissbrauchs sind eine Polizistin und Gutachter vernommen worden.

Foto: Scheer

Bremerhaven

Missbrauchsprozess in Bremerhaven: Verharmlost Angeklagter sein Verhalten?

Von Laura Bohlmann-Drammeh
10. August 2017 // 12:11

Im Prozess wegen Kindesmissbrauch gegen einen 65-Jährigen ist am Mittwoch die Polizistin gehört worden, die maßgeblich die Ermittlungen führte. Sie sagte aus, dass der Angeklagte sein Verhalten verharmlost haben soll. Ein unabhängiger Gutachter soll gesagt haben, dass er bei dem Mann Wiederholungsgefahr sieht.

Schutz von Opfer und Täter

Der dritte Prozesstag am Mittwoch fand weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Sowohl die Videovernehmung eines zweiten Mädchens, das mutmaßlich Opfer des Mannes geworden ist, als auch die Zeugenvernehmung des langjährigen Psychologen des Angeklagten wurden hinter verschlossenen Türen verhandelt. Der Grund: Beide Zeugen beschrieben sehr intime Details, das Gericht schützte deshalb die Persönlichkeitsrechte von Opfer und Täter vor dem Interesse der Öffentlichkeit.

Polizistin hält Mädchen für glaubhaft

Dennoch kamen neue Details ans Licht: Die Polizistin, die maßgeblich die Ermittlungen führte, bekräftigte mehrfach, dass sie das heute 13-jährige Mädchen, das der Angeklagte in sieben Fällen missbraucht haben soll, für glaubhaft hält. Ihre Aussagen seien stimmig und überzeugend gewesen, so die Beamtin.

Angeklagter soll Verhalten verharmlost haben

Der Angeklagte hingegen habe ihr gegenüber versucht, sein Verhalten zu verharmlosen. Er soll seine Handlungen mit den Kindern für Spielerei gehalten haben.  Nach mehrfachen Nachfragen durch die Polizistin soll er dann eingeräumt haben, das Kind im Intimbereich berührt und mit Zunge geküsst haben.

Gutachter soll Wiederholungsgefahr sehen

Ein unabhängiger Gutachter, der denn Mann psychiatrisch untersucht hatte, soll am Donnerstag davon gesprochen haben, dass er bei dem Angeklagten eine Wiederholungsgefahr sieht. Außerdem soll er eine Therapie für dringend notwendig halten, das soll aber der Angeklagte nicht wollen.

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