Regelmäßig kommt die Polizei in öffentliche Einrichtungen wie Seniorentreffpunkte, um über dubiose Machenschaften und Trickbetrug an Senioren aufzuklären.

Regelmäßig kommt die Polizei in öffentliche Einrichtungen wie Seniorentreffpunkte, um über dubiose Machenschaften und Trickbetrug an Senioren aufzuklären.

Foto: Gebert

Bremerhaven

Senioren sind oft leichte Beute für Trickbetrüger

Von Susanne Schwan
18. September 2017 // 09:00

Immer dreister werden Trickbetrüger, um Senioren um ihre Ersparnisse zu prellen. Die Polizei nachdrücklich vor zu viel Gutgläubigkeit. Denn erst kürzlich ist ein 83-jähriger Bremerhavener auf einen falschen Polizisten hereingefallen. Sein Erspartes, 10.000 Euro,  ist nun futsch.  Groß ist der psychologische Druck, den Trickbetrüger am Telefon auf vor allem allein stehende Ältere ausüben. Sie geben sich nicht mehr nur als nahe Verwandte aus. Mit Hilfe einer gefälschten 110-Telefonnummer tarnen sie sich als angebliche Polizeibeamte.

Anrufer setzen Ältere unter Druck

Kriminaloberkommissarin Kerstin Bösch warnt vor einer weiteren Masche. "Angeblich stehe ein Einbruch bevor, vor dem Wertsachen und Geld ,gerettet' werden müssten." Besonders wirkungsvoll auf Senioren: "Die Betrüger legen  nicht mehr auf oder rufen immer wieder an", so Bösch.

Gutgläubig aus Respekt und Hilfsbereitschaft

Warum fallen aber die Senioren offenbar trotz aller Warnungen in den Medien auf die Tricks herein? "Die alten Leute wollen gern hilfsbereit sein. Und diese Generation hat Respekt vor der Obrigkeit, die glauben, dass da ein Polizist am Telefon ist." Aber, betont die wahre Polizistin: "Polizei ruft niemals an."

Aus Einsamkeit dankbar für jeden Anruf

Noch ein Grund für leichtes Spiel mit Senioren sei die Einsamkeit. Darüber diskutieren die Senioren in den städtischen Treffpunkten viel. Rita Schwarz ist erst 63, hat aber herumgehört: "Wer zuhause in seinen vier Wänden vereinsamt, ist so dankbar, wenn überhaupt mal das Telefon klingelt, dass er alles glauben will."

Sensibel für einschmeichelnde Stimmen

Zudem sind alleinstehende Ältere oft "sensibel für sehr einschmeichelnde Stimmen, die behaupten ein Verwandter zu sein", sagt eine ältere Dame. "Oder für autoritäre Stimmen, die behaupten, Polizist zu sein oder einer vom Amt."

Seniorenschutzbund rät: Bei Fremden sofort auflegen

Regelmäßig besucht die Kriminalpolizei die Seniorentreffpunkte zur Aufklärung. Doch viele kommen dort gar nicht hin. "Und wer keine Zeitung liest und kein Radio hört, kriegt von den Warnungen nichts mit", sieht Edith Mainzer die Gefahr, eben trotzdem "leichte Beute" für Betrüger zu werden. Die Vorsitzende des Seniorenschutzbundes rät aber dringend: "Immer sofort den Hörer auflegen, wenn man den Anrufer nicht kennt."

Kripo warnt: Keine finanziellen Details ausplaudern

Die Tipps der Kripo: Beim geringsten Zweifel sofort die Polizei anrufen. Niemals Details über die finanziellen Verhältnisse rausrücken.  Niemals Geld an fremde Personen aushändigen. Am besten sich aus dem Telefonbuch streichen lassen.

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