Fischtown Pinguins vor dem Saisonstart. Andrew McPherson. Foto Scheschonka

Fischtown Pinguins vor dem Saisonstart. Andrew McPherson. Foto Scheschonka

Foto: Scheer

Bremerhaven

Spaßvogel, Anführer und Publikumsliebling - McPherson hinterlässt Spuren

Von Lars Brockbalz
27. Januar 2017 // 09:09

Von Lars Brockbalz Spaßvogel, Anführer, Spielmacher, Publikumsliebling – mit Andrew McPherson verlässt eine der zentralen Figuren der vergangenen fünf Jahre die Fischtown Pinguins. Der 37-Jährige wechselt nach Polen. Sein Abschied dürfte die Eishockey-Fans in der Region traurig stimmen. Andrew McPherson und der Verein haben sich auf eine Auflösung des Vertrages geeinigt, wie Teammanager Alfred Prey mitteilte. Dem fiel die Trennung sichtlich schwer. „Andrew war ein Eckpfeiler unseres Wiederaufbaus. Ein toller Kerl“, sagte er. Sportlich ist der Abschied dennoch nachvollziehbar. McPherson hat im Herbst seiner Karriere nicht mehr die Rolle gespielt, die er nach seiner Verpflichtung im Sommer 2012 innehatte.

Wechsel in die erste polnische Liga

In der DEL saß er zuletzt nur auf der Tribüne, doch damit wollte der Stürmer sich nicht begnügen. „Ich will jeden Abend spielen und kann mich nicht mit einem Platz auf der Ersatzbank anfreunden“, sagte er. Der Routinier schließt sich dem polnischen Erstligisten Cracovia Krakow an. Bereits am Donnerstag flog er nach Polen. McPherson ist einer der charismatischsten Spieler, der je für die Pinguins gespielt hat. Ein Liebling der Fans, immer für ein Foto, ein Autogramm oder eine Plauderei zu haben. Ein Clown, der jeden Spaß mitmachte. Zum offiziellen Foto-Shooting klebte er sich einmal eine künstliche Zahnlücke an, einmal setzte er sich die Brille eines Reporters auf, dann kam er mit einem roten Irokesenschnitt und beim letzten Mannschaftsfoto schmuggelte er eine angebissene Banane aufs Bild.

Ein Wortführer in der Kabine

Schlechte Laune kennt „Mac“ nicht. In der Kabine war er immer Wortführer. Einer, der die Kollegen mit seinen Späßen unterhielt. Der sie aber auch führte und motivierte und ihnen eine Siegermentalität einimpfte. „Man darf Andrew nicht auf den Spaßmacher reduzieren. Er hat ein feines Gespür, wann er die Mitspieler auflockern muss und wann er ein ernstes Wort sprechen muss. Er wird nicht so leicht zu ersetzen sein, aber wir haben gute Charaktere, die in die Rolle reinwachsen können“, sagt Trainer Thomas Popiesch. Auf dem Eis war McPherson lange ein Führungsspieler. In 232 Zweitligaspielen sammelte er 197 Scorerpunkte, Höhepunkt seiner Zeit in Bremerhaven war die DEL2-Meisterschaft 2014. Auch neben dem Eis wurde der Deutsch-Kanadier zu einer zentralen Figur der Pinguins. So war er bei Aktionen mit Fans der Spieler, der am liebsten gesehen wurde.

Großer Einsatz für das Kinderhospiz Augenstern

Zudem engagierte sich der Familienvater (Sohn Tyger ist sechs Jahre alt) mit großer Leidenschaft für das Kinderhospiz Augenstern. Der Verein kümmert sich um Kinder, die im Sterben liegen, und deren Familien. Mehrere Tausend Euro kamen bei seinen Sammelaktionen zusammen, auch bei den Kollegen in der Kabine ließ er die Spendendose kreisen. Nach dem Aufstieg in die DEL wurde McPhersons sportlicher Einfluss geringer, in 31 Spielen gelang ihm kein Scorerpunkt. Auch wenn er in der Mannschaft als Vize-Kapitän noch hohes Ansehen genoss, war ihm seine sportliche Rolle zu wenig. Zuletzt saß er als überzähliger Stürmer auf der Tribüne. Abgeschoben war er für Popiesch deshalb nicht, doch der Pinguins-Trainer sagt auch: „Er ist nicht der Typ der warten will, dass etwas passiert.“

"Bremerhaven wir immer in meinem Herzen bleiben"

Deshalb sagt der Publikumsliebling nun schweren Herzens „tschüs“: „Es fällt mir sehr schwer, Bremerhaven zu verlassen, die Fans, meine Kumpels, meine Teamkollegen. Ich verlasse die Pinguins ohne Groll, aber in dem Gefühl, in den letzten fünf Jahren mitgeholfen zu haben, etwas Großes aufzubauen. Darauf bin ich stolz“, sagt McPherson. „Aber ich will mich noch nicht zur Ruhe setzen. Ich will spielen, ich bin heiß. Bremerhaven wird immer in meinem Herzen bleiben.“

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