Andreas Bovenschulte, Bürgermeister von Bremen, spricht auf dem Landesparteitag.

«Starke Schultern müssen mehr tragen und schwache Schultern weniger. Andernfalls gefährden wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt», warnt Bremens Landeschef Andreas Bovenschulte.

Foto: picture alliance/dpa

Bremerhaven

Steuerentlastungen: Bremen kündigt „Nein“ zum Gesetz an

18. Mai 2022 // 07:53

Das Bundesland Bremen wird am Freitag im Bundesrat den Entwurf des Steuerentlastungsgesetzes in seiner jetzigen Form ablehnen.

Land Bremen will Gesetz ablehnen

Das Bundesland Bremen wird am Freitag im Bundesrat den Entwurf des Steuerentlastungsgesetzes in seiner jetzigen Form ablehnen. Das hat Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur angekündigt.

Bovenschulte: Bremen muss jeden Euro zweimal umdrehen

Es sei richtig, die Bürgerinnen und Bürger angesichts der stark gestiegenen Energiekosten und der hohen Inflation zu entlasten, sagte der Regierungschef des kleinsten deutschen Bundeslandes. «Aber: Bremen muss selbst jeden Euro zweimal umdrehen. Deshalb können wir Mindereinnahmen in Höhe von fast 100 Millionen Euro alleine in diesem Jahr nicht zustimmen.»

Land fordert stärkere Beteiligung des Bundes

Der Gesetzentwurf sieht Entlastungen in zweistelliger Milliardenhöhe für die Bürger vor. Davon sollen 60 Prozent die Länder und Kommunen tragen und 40 Prozent der Bund. Bremen will eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes erreichen.

Das beinhaltet das Steuerentlastungsgesetz

Das vom Bundestag beschlossene Steuerentlastungsgesetz bedarf der Zustimmung des Bundesrates, um in Kraft treten zu können. Vorgesehen sind anderem eine einmalige steuerpflichtige Energiepreispauschale von 300 Euro für aktiv tätige Erwerbspersonen, ein Kinderbonus, eine frühere Erhöhung der Pendlerpauschale und eine Anhebung des Grundsteuerfreibetrages.

Mindereinnahmen in Höhe von 96 Millionen Euro

Für Bremen bedeute das Gesetz allein in diesem Jahr Mindereinnahmen von 96 Millionen Euro, rechnete Bovenschulte vor. «Das Land Bremen erhält Sanierungshilfen vom Bund zur Konsolidierung seines Haushaltes und muss im Gegenzug strenge Auflagen erfüllen. Angesichts dessen sind die Mindereinnahmen nicht zu verkraften.»

Bovenschulte: Starke Schultern müssen mehr tragen

«Starke Schultern müssen mehr tragen und schwache Schultern weniger. Andernfalls gefährden wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt», warnte der SPD-Politiker. «Historisches Vorbild ist Konrad Adenauer, der 1952 einen Lastenausgleich zur Bewältigung der Kriegsfolgen durchgesetzt hat.» (dpa)

Immer informiert via Messenger
Wie sicher fühlt ihr euch in eurer Wohngegend?
1630 abgegebene Stimmen
Folge den Pinguins via Messenger