Sieht schlimm aus, ist medizinisch aber eher harmlos: der Katzenpilz.

Sieht schlimm aus, ist medizinisch aber eher harmlos: der Katzenpilz.

Foto: Klinikum Reinkenheide

Bremerhaven
Cuxland

Übles Urlaubs-Souvenir ist kein Grund zur Panik

Von Andrea Lammers
18. November 2017 // 14:30

Rot, schuppig und juckend – das Souvenir, das sich immer wieder Urlauber aus mediterranen Gefilden mitbringen, hat das Zeug zum Aus-der-Haut-fahren. Dennoch: „Ein Grund zur Panik ist der Katzenpilz ganz und gar nicht“, so der Chefarzt der Dermatologie im Klinikum Reinkenheide, Dr. Gunnar Wagner.

Medizinisch eher harmlos

Was so gefährlich aussieht, ist medizinisch vergleichsweise harmlos. Die Spuren, die eine Hysterie um den Microsporum Canis, den Katzenpilz, an der Seele von beispielsweise betroffenen Schulkindern hinterlässt, können da erheblich tiefergreifender sein. Eine solche Hysterie war kürzlich in einem Fall an einer Lilienthaler Schule ausgebrochen. Eltern hatten sich über soziale Netzwerke ausgetauscht, Stimmungen und Ängste kochten hoch. Wagner wurde schließlich als Experte um Rat gebeten und konnte die Wogen glätten. „Da wird dann ohne Sinn, Verstand und Sachkenntnis Panik verbreitet“, sagt der Chefarzt. „Dabei sind solche Infektionen relativ häufig, im Durchschnitt sehen wir das hier alle ein bis zwei Monate“, so auch der leitende Oberarzt der Hautklinik Dr. Michael Sachse. Vermehrt träten diese Fälle im Sommer vor allem bei heimgekehrten Spanien-Urlaubern auf. Wild lebende Katzen dort seien häufig Überträger des Pilzes.

Behandlung mit Salbe

Der Pilz sei im Prinzip ebenso ungefährlich wie die sehr verbreiteten Nagel- oder Fußpilze, erläutert Wagner. „Die juckenden, teilweise nässenden und bis zu Handteller großen Stellen können mit Salben gut behandelt werden. Nur für den Fall, dass der behaarte Kopf befallen ist, müssen Tabletten gegeben werden, da sonst die Haarwurzeln geschädigt werden können.“ Lediglich dann, wenn in einer Gemeinschaftseinrichtung mehrere Fälle einer solchen Infektion aufträten, müsse eine Meldung an das Gesundheitsamt erfolgen, sagt der Leiter des Bremerhavener Gesundheitsamtes Ronny Möckel.Übertragen wird das Virus zumeist von Tier zu Tier und von Tier auf den Menschen. Eine Infektion von Mensch zu Mensch sei seltener und erfordere schon einen engen Kontakt.

Übertragung durch streunende Katzen

Auch wenn der Begriff Canis im Namen des Pilzes eher Hunde als vorrangige Überträger des Virus unter Verdacht stellt, sind es doch zumeist streunende Katzen, die jenen, die sie streicheln, die Pilz-Sporen bescheren. Hautpilzerkrankungen gäbe es aber auch bei vielen anderen Tierarten, so die Tierärztin Christiane Rode. „Hier in der Praxis habe ich eher selten mit Katzenpilz-Infektionen zu tun“. Bei Bauernhofkatzen käme das hin und wieder vor. Betroffen seien vor allem Tiere mit geschwächtem Immunsystem. Die Tiere litten unter Haarausfall, würden mit Tinkturen und in Extremfällen mit Tabletten behandelt.

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