Hiob-Vorsitzende Marina Kargoscha und ihr ehrenamtliches Team besucht mit den Heimkindern auch das große Familienfest der Stadt im Spielpark Leherheide.  Dazu gehört auch etwas Leckeres aus frischem Obst. Alles wird durch Spenden ermöglicht.

Hiob-Vorsitzende Marina Kargoscha und ihr ehrenamtliches Team besucht mit den Heimkindern auch das große Familienfest der Stadt im Spielpark Leherheide. Dazu gehört auch etwas Leckeres aus frischem Obst. Alles wird durch Spenden ermöglicht.

Foto: Scheschonka

Bremerhaven

Verein spendiert Waisenkindern Ferien

Von Susanne Schwan
27. Juni 2016 // 10:00

Der Verein Hiob  - Humanitäre Hilfe für Osteuropa  - ermöglicht 25 bedürftigen Kindern aus einem Heim in Odessa drei Wochen Erholungsurlaub in Bremerhaven. Möglich machen es Spenden, ohne die die 10.000 Euro dafür nicht aufzubringen wären. Seit 1995 holt Hiob jeden Sommer Heimkinder aus der Ukraine hierher. Doch es wird immer schwieriger für den Verein, Gastfamilien zu finden, die die Kinder in dieser Zeit aufnehmen.

Sprache mit Händen und Füßen

Viele der Gast-Eltern der ersten Jahre fühlen sich inzwischen zu alt, erklärt Hiob-Vorsitzende Marina Kargoscha. "Andere haben mehr berufliche Belastung. Und wieder andere, die Jüngeren, haben mit dem Hausbau zu tun." Doch immer noch kann der Verein auf einen kleinen festen Stamm von Ferien-Eltern zurückgreifen, zumeist deutsch-russische Familien. Denn die kleinen Gäste verstehen nur Russisch. Oder - Zeichensprache.

Kinder aus einer verstrahlten Region

Damit, also mit Händen, Füßen, Mimik, klappt es auch, beteuert Hiob-Mutti Meike Scharmann. "Ich hatten noch nie Probleme mit den Ferienkindern. Es macht so glücklich, ihre strahlenden Gesichter hier zu sehen." Strahlen sind es, an deren Folgen diese Sechs- bis Zwölfjährigen zu leiden haben.

In den Heimen herrscht Mangel

Denn die Region in Weißrussland ist 1987 durch die Atomkatastrophe von Tschernobyl radioaktiv verseucht worden. Die Eltern der Kinder sind teils schwer erkrankt, viele starben, andere  haben ihre Arbeit verloren und sind sozial so abgerutscht, dass sie ihre Kinder nicht versorgen können. Doch in den Heimen, erklärt Marina Kargoscha, fehlt es an so vielem, auch an vitanminreicher Ernährung, an persönlicher Kleidung und Spielzeug.

Hiob-Leute rund um die Uhr auf stand-by

All das bekommen die Kinder  hier. Keine Gasteltern, betont Kargoscha, müssten Angst vor Verhaltensauffälligkeiten der kleinen Gäste haben. "Die Kinder sind sehr diszipliniert. Und vor allem ungeheuer dankbar." Außerdem stehen Hiob-Mitglieder an jedem Tag rund um die Uhr für Hilfen bei Schwierigkeiten und auch zum Übersetzen zur Verfügung.

Schon jetzt Suche nach Gasteltern für 2017

Nahezu jeden Tag in den drei Wochen organisiert Hiob ein Programm für seine Schützlinge. Übrigens sind alle Kinder vor der 36 Stunden dauernden Reise im Bus gesundheitlich untersucht worden. Kranke Kinder kommen nicht mit. Aber sie sind hier dennoch über die Vereins-Versicherung auch krankenversichert,  für alle Fälle. Schon jetzt hält Hiob Ausschau nach Gasteltern für nächsten Sommer. Und hofft auf Spenden, "ohne die können wir die Reise, die Visa, das Programm nicht finanzieren", sagt Kargoscha. Ihre Mutter, die CDU-Politikerin Lisa Kargoscha, hatte Hiob 1995 ins Leben gerufen. Kontakt: 0162/2469898.

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