Daniel de Oliveira Soares (im weißen Hemd) leitet die neue Rückkehrberatungsstelle der AWO an der Hafenstraße in Lehe. Hinter ihm ist seine Kollegin Anja Remmert zu sehen. Die beiden haben vor allem mit Menschen vom Balken zu tun.

Daniel de Oliveira Soares (im weißen Hemd) leitet die neue Rückkehrberatungsstelle der AWO an der Hafenstraße in Lehe. Hinter ihm ist seine Kollegin Anja Remmert zu sehen. Die beiden haben vor allem mit Menschen vom Balken zu tun.

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Bremerhaven

Wie die Bremerhavener AWO Zuwanderer vor Abschiebung bewahrt

Von nord24
6. August 2016 // 10:00

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat in Bremerhaven-Lehe eine neue Rückkehrberatungsstelle gegründet. Sie hilft Menschen dabei, die Reise aus der Bundesrepublik hinaus in ihre Heimatländer zu planen und dadurch vor Abschiebung zu bewahren. Der Staat spart dadurch viel Geld.

Abschiebung wäre teurer

Die Rückkehrberatung wird durch das Land Bremen gefördert – für das die Investition sehr sinnvoll ist, findet Volker Tegeler, der Geschäftsführer der AWO in Bremerhaven. Er rechnet vor: „Das Land gibt für die Beratung insgesamt gut 29 000 Euro erst mal bis Jahresende. Seit April laufen die Planungen für die Stelle, seit Juli berät sie auch, bislang schon 63 Menschen. Dieses Wochenende eingerechnet, sind seither 20 davon freiwillig ausgereist. Dafür haben wir nun in vier Monaten je gut 3200 Euro ausgeben. Eine Abschiebung dieser Menschen wäre für den Staat deutlich teurer geworden.“

Staat spart Asylbewerber-Gelder

Die kosteten pro Kopf nämlich etwa 13 000 Euro. „Bei 20 Leuten hätte das rund 260 000 Euro gemacht“, sagt Tegeler. „Im Vergleich dazu sind 3300 Euro dann schon ein Schnäppchen. Zudem spart der Start bei den Ausgereisten auch noch Gelder nach dem Asylbewerberleistungsgesetz – bei Familien monatlich schnell mehr als 1000 Euro.“ Doch nicht nur der Staat habe durch die freiwilligen Ausreisen Vorteile, sondern auch die Ausländer selbst, ergänzt Daniel de Oliveira Soares, der Leiter der Rückkehrberatung.

Vorteile auch für die Ausländer

„Wer abgeschoben wird, muss mit einer Einreisesperre von bis zu fünf Jahren rechnen“, sagt de Oliveira Soares. „Außerdem muss er die Ausweisungskosten zahlen, was die meisten Betroffenen nie schaffen. Und deswegen bekommen sie in Deutschland dann auch später nie wieder eine Aufenthaltsgenehmigung, falls sie irgendwann wieder hierher zurückkehren wollen sollten.“ Insofern hätten die betroffenen Ausländer schon Vorteile von einer freiwilligen Ausreise – die ja übrigens komplett bezahlt werde.

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