Ein Wohnungsloser sitzt mit einem Regenumhang am Rande eines Gehweges.

„Bürger, die Menschen auf der Straße helfen möchten, sollten diese gezielt ansprechen, ihnen Nahrung, Decken und wärmende Kleidung geben“, so der Appell von Gabi Treschok.

Foto: Hirschberger/dpa (Symbolbild)

Bremerhaven

Wohnungslose in Bremerhaven brauchen direkte Hilfe

4. Dezember 2022 // 08:00

„Ein Ort zum Aufwärmen, wäre wichtig“, erzählt ein wohnungsloser Bremerhavener. Gabi Treschok von der Tafel kennt die Probleme der Betroffenen und hilft.

In Sommerschlappen angetroffen

Gabi Treschok von der Bremerhavener Tafel ist mit einem Wohnungslosen im Haus der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der Surfeldstraße verabredet. Dort ist neben der Bremerhavener Tafel auch die Kleiderkammer der Awo beheimatet. Gabi Treschok versorgt den Mann mit wärmenden Sachen. „Bei der Essensausgabe im Leher-Stadtpark waren diese Männer mir aufgefallen, weil sie viel zu dünn angezogen waren“, sagt Gabi Treschok. Doch: „Aufgrund ihrer Süchte und ihrer allgemeinen Verfassung haben viele von ihnen gar nicht mehr die Kraft, sich selbst um ihre Belange zu kümmern“, beschreibt sie ihre Beobachtung.

Wärmestube wünschenswert

„Ich kenne sehr viele da draußen, denen es nicht gut geht. Ein Ort zum Aufwärmen, wäre wichtig“, erzählt der Mann. Viele Jahre habe er als Dachdecker gearbeitet, dann habe er seinen Job verloren, sei sein gesamtes Lebensumfeld zerbrochen. Gabi Treschok würde sich wünschen, dass der Senioren-Treffpunkt am Stadtpark, wo sich ihrer Beobachtung nach, viele Menschen ohne Wohnung aufhalten, als Wärmestube genutzt werden könnte. „Sie könnten sich dort aufwärmen, man könnte sie mit warmen Suppen oder Kleidung versorgen.“

Schlafgelegenheiten für Wohnungslose

Die Wohnungslosenhilfe der Gesellschaft für integrative soziale Beratung und Unterstützung mbH (GISBU) hält, so die Pressesprecherin, Schlafgelegenheiten für wohnungslose Männer und Frauen in Bremerhaven vor. Diese Optionen erreichten, so Gabi Treschok, allerdings nicht alle derer, die ohne Wohnung lebten. Und: „Für sehr viele dieser Menschen sind ihre Hunde, das einzig konstante Lebenwesen in ihrem Leben. Die können sie an diese Schlafplätze nicht mitnehmen, so dass ihnen häufig nur die Straße bleibt“, erzählt sie.

Menschen gezielt Hilfe anbieten

„Bürger, die Menschen auf der Straße helfen möchten, sollten diese gezielt ansprechen, ihnen Nahrung, Decken und wärmende Kleidung geben“, so der Appell von Gabi Treschok. Sie sammelt für Menschen auf der Straße wärmende Winterbekleidung. Schuhe, dicke Jacken, Hosen, Mützen, Schals und Handschuhe würden dringend benötigt. Ebenso wie Decken und Schlafsäcke. Wer sie dabei unterstützen möchte, kann sie unter der Telefonnummer 017662055020 kontaktieren.

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