An der Paula-Modersohn-Schule ist ein 15-Jähriger von seinen Mitschülern verprügelt worden. Er lag vier Tage im Krankenhaus.

An der Paula-Modersohn-Schule ist ein 15-Jähriger von seinen Mitschülern verprügelt worden. Er lag vier Tage im Krankenhaus.

Foto: Masorat

Bremerhaven

Wulsdorf: 15-Jähriger von Mitschülern krankenhausreif geprügelt

Von Laura Bohlmann-Drammeh
1. Juni 2017 // 20:30

An der Paula-Modersohn-Schule ist ein 15-Jähriger von drei Mitschülern Anfang Mai in der Pause so verprügelt worden, dass er mit einer Gehirnerschütterung vier Tage im Krankenhaus bleiben musste. Die Eltern sind von der Schule enttäuscht, die habe sich bis heute nicht nach ihrem Sohn erkundigt. Der Schuldezernent ist "erschrocken", sagt, man arbeite den Vorfall auf.

Angreifer passten Opfer ab

Warum es überhaupt zur Prügelei gekommen war, ist für die Familie ein Rätsel. Am Vorabend sei er von einem Jungen auf dem Heimweg angerempelt worden, das sei reines "Jungsgebahren" gewesen, eine Banalität. Doch am nächsten Tag sei Philipp, der nicht wirklich so heißt, aus Angst vor seinen Angreifern aber anonym bleiben möchte, in der Schulpause von der Cousine und zwei Cousins des Jungen an einer Treppe abgepasst worden.

15-Jähriger psychisch labil

Die 16-Jährige hätte sich dicht an ihn gestellt und ihn gefragt, was er für ein Problem mit ihrem Cousin hätte. „Dann zog sie mich schon an den Haaren und hatte mich im Schwitzkasten“, sagt Philipp. Die drei hätten mehrfach auf sein Gesicht eingeschlagen, ihn gewürgt und getreten, bis er - für ein paar Sekunden bewusstlos - zu Boden ging. Vier Tage lang hat er mit einer Gehirnerschütterung im Krankenhaus gelegen. Noch immer habe er Kopfschmerzen, sei psychisch labil.

Eltern von Schule enttäuscht

Die Eltern sind vom Verhalten der Schule enttäuscht. Sie seien von der Schule nicht über die Prügelei informiert worden. Auch, dass die drei Angreifer von der Schule „keinerlei Maßregelung“ erfahren haben, ärgert die Familie. „Bis heute hat sich zudem keiner über Philipp erkundigt oder den Vorfall mit ihm aufgearbeitet.“ Die Familie hat mit Hilfe des Rechtsanwaltes Dr. Olaf May Strafanzeige gegen die drei Jugendlichen wegen gemeinschaftlich begangener Körperverletzung gestellt.

Schuldezernent geht dem Vorfall nach

Schulleiter Dr. Joachim Wolff gibt keine Auskunft zu dem Vorfall, verweist auf seinen Vorgesetzten, Schuldezernent Michael Frost. Wir sind alle betroffen und froh, dass ihm nichts schlimmeres passiert ist“, so Frost. Zu Einzelheiten und Vorwürfen der Familie könne er sich nicht äußern, die Sachlage sei komplex. „Wir bemühen uns, das mit der Schule zu klären“, sagt Frost. Er bedauere, dass der Eindruck entstanden sei, die Schule habe die Familie alleine gelassen.

Prügelei war wohl Einzelfall

Streitigkeiten und Auseinandersetzungen an Bremerhavener Schulen werden vom Schulamt nicht statistisch erfasst. Laut Volker Heigenmooser, Sprecher der Stadt, geht die Zahl der Gewaltexzesse aber zurück. Auch der Stadtschüllerring und der Präventionsrat sagen, Gewalt sei an den Seestadt-Schulen kein großes Problem.

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