Die angeklagte 91-Jährige wandert für drei Jahre ins Gefängnis, wenn es nach dem Staatsanwalt geht.

Die angeklagte 91-Jährige wandert für drei Jahre ins Gefängnis, wenn es nach dem Staatsanwalt geht.

Foto: Wagner/dpa

Der Norden

91-Jährige in den Knast? Staatsanwalt fordert drei Jahre Haft nach Entführung

Von nord24
25. Januar 2017 // 17:30

Wegen der Entführung eines Reeders aus dem ostfriesischen Leer sollen drei Männer und eine 91 Jahre alte Frau mehrjährige Haftstrafen verbüßen. Das hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Aurich gefordert.

Fingierte Polizeikontrolle

Das Trio soll eine Polizeikontrolle fingiert und einen Reeder aus Leer entführt haben. Doch der Plan ging schief. Den Angeklagten, darunter auch eine 91-Jährige, drohen jetzt mehrere Jahre Gefängnis. Die alte Frau wird wegen Beihilfe zum erpresserischen Menschenraub angeklagt.

Bis 10 Jahre Haft gefordert

Drei weitere Angeklagte sollen wegen versuchter räuberischer Erpressung, erpresserischen Menschenraubes und Urkundenfälschung verurteilt werden. Dafür seien Freiheitsstrafen von drei Jahren und zehn Monaten bis zu acht Jahren beantragt worden, sagte ein Gerichtssprecher.

Haftbefehl gegen 91-Jährige liegt vor

Ob die 91-Jährige im Fall einer Verurteilung tatsächlich in Haft muss, ist aber nicht sicher. Auch derzeit liegt zwar ein Haftbefehl gegen sie vor, der aber gegen Auflagen momentan nicht vollstreckt wird, wie Sprecher von Staatsanwaltschaft und Gericht sagten.

Auf dem Weg zur Arbeit entführt

Die Angeklagten sollen bei einer fingierten Polizeikontrolle im April einen Geschäftsmann auf dem Weg zur Arbeit entführt und eine Million Euro Lösegeld gefordert haben. Das Geld wurde zwar zunächst an die 91 Jahre alte Mutter eines Angeklagten überwiesen, von der Bank aber wieder zurückgebucht. Das Opfer war in der Zwischenzeit freigekommen.

Verdächtiger in Polen geschnappt

Gegen einen weiteren Angeklagten ist das Verfahren abgetrennt. Vergangene Woche sei zudem ein dringend tatverdächtiger Mann in Polen festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Seine Auslieferung nach Deutschland werde erwartet. Zwei weitere Verdächtige sind flüchtig, sie sollen ebenfalls in die Entführung verstrickt sein. Der Prozess soll mit weiteren Plädoyers der Verteidigung am 30. Januar fortgesetzt werden.

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