Zwei Traktoren blockieren einen LKW des Lebensmitteldiscounters Aldi.

Zwei Traktoren blockieren einen LKW des Lebensmitteldiscounters Aldi.

Foto: dpa

Der Norden

Bauernprotest: Ministerin will alle an einen Tisch

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Von nord24
29. Dezember 2020 // 16:27

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast versteht den Wut der Landwirte. Sie fordert Gespräche mit allen Marktpartnern.

„Politik macht keine Preise“

Nach den Protesten von Hunderten Landwirten gegen eine drohende Senkung der Butterpreise hat Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast Gespräche gefordert. „Um Lösungen zu finden, müssen alle Marktpartner an einen Tisch. Wir brauchen langfristige Strategien“, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag. „Ich kann den Ärger und die Wut der Landwirte verstehen. Diese Energie möchte ich gerne in die richtigen Bahnen lenken.“ Die Ministerin verwies auf eine für den 13. Januar geplante Videokonferenz mit Handel, Verarbeitern und Landwirten. „Dann geht es um Strategien für Gemüse, Milch und Fleisch“, so die Ministerin. „Ich nehme die Sorgen der Bauern ernst – aber Politik macht keine Preise.“


Preissenkung bedroht Existenzen

Seit Tagen protestieren Landwirte mit Traktoren in verschiedenen Regionen Niedersachsens vor Aldi-Lagern. Besonders viele Bauern versammelten sich vor einem Lager in Hesel im Landkreis Leer. Dort blockierten rund 400 Traktoren in der Nacht von Montag auf Dienstag die Zugänge. „Die Landwirte bleiben so lange, bis Aldi sich bewegt und konstruktive Vorschläge bringt“, sagte der Sprecher der Bauern-Protestbewegung „Land schafft Verbindung“, Anthony Lee. Ihm zufolge will Aldi Nord den Preis für Butter pro Kilo um bis zu 60 Cent senken. Für betroffene Landwirte gehe es um die Existenz.

Aldi: Übliche Preisgestaltung

Aldi hatte am Montag mitgeteilt, es sei üblich, dass die Butterpreise aufgrund der hohen Nachfrage zur Weihnachtszeit steigen und danach wieder sinken. „Die Preise, die wir zahlen, richten sich nach Angebot und Nachfrage auf dem gesamten Markt, beeinflusst von vielen weiteren Faktoren“, so Unternehmenssprecher Joachim Wehner. (dpa/kga)

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