17 Millionen Nerze werden in Dänemark getötet – auf Nerzfarmen im Land ist ein mutiertes Coronavirus nachgewiesen worden.

17 Millionen Nerze werden in Dänemark getötet – auf Nerzfarmen im Land ist ein mutiertes Coronavirus nachgewiesen worden.

Foto: dpa

Der Norden

Corona: Nerze übertragen mutiertes Virus in Dänemark

Von nord24
6. November 2020 // 09:13

Das Coronavirus ist bei dänischen Nerzen mutiert und hat sich auf den Menschen übertragen. Alle Nerze im Land werden getötet – Nordjütland befindet sich im Lockdown.

Mutation möglicherweise widerstandsfähiger

Bislang ist das mutierte Virus bei zwölf Menschen in Dänemark festgestellt worden, darunter elf aus Nordjütland. Der fachliche Direktor des dänischen Gesundheitsinstituts SSI, Kåre Mølbak, unterstrich, dass dieses Virus nicht gefährlicher als andere Coronaviren sei. Das Risiko bestehe aber darin, dass es widerstandsfähiger gegenüber Antikörpern sei.

Nordjütland im Lockdown

Aus Sorge vor einer Ausbreitung erlässt die dänische Regierung deswegen weitreichende Beschränkungen in der Region Nordjütland. In sieben Kommunen wird der öffentliche Nahverkehr eingestellt, die knapp 280 000 Einwohner werden eindringlich aufgefordert, in ihrer jeweils eigenen Kommune zu bleiben.

17 Millionen Tiere werden getötet

Aus Sorge vor den Folgen für kommende Impfstoffe gegen das neuartige Coronavirus werden nun alle Nerze getötet. Dänemark ist der weltweit größte Produzent von Nerzfellen. Das Fell der Nerze wird unter anderem für Pelzmäntel verwendet. Im Land gibt es derzeit 1139 Zuchtfarmen und etwa 15 bis 17 Millionen Nerze, davon besonders viele in Nordjütland.

Corona-Tests für alle Bürger

Schüler der fünften bis achten Klasse sollen ab Montag aus der Ferne unterrichtet werden, gleiches gilt für Studenten weiterführender Bildungseinrichtungen, wie die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Donnerstagabend bekanntgab . Dies sei notwendig, weil ein mutiertes Coronavirus das Risiko mit sich bringe, die Wirkung eines kommenden Impfstoffes zu beeinflussen. Alle Bürger in den betroffenen Kommunen werden aufgefordert, einen Corona-Test zu machen.

Corona-Problem mit Nerzen bekannt

Schon zu Beginn der Pandemie waren auf mehr als 40 Nerz-Farmen in den Niederlanden Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. In mehreren Fällen steckten sich auch Menschen. Alle Tiere der betroffenen Betriebe wurden getötet. Die Niederlande nahmen die Ereignisse zum Anlass, das vorzeitige Ende der Pelztierzucht anzukündigen. Statt erst in 2024, müssen nun alle Zuchtbetriebe bis zum 1. März 2021 den Betrieb einstellen, kündigte die Regierung in Den Haag an. Ein Verbot der Zucht war nach einem Gerichtsurteil bereits früher beschlossen worden, doch das sollte erst 2024 in Kraft treten.

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