Die Deutschen geben in der Corona-Krise weniger Geld aus.

Die Deutschen geben in der Corona-Krise weniger Geld aus.

Foto: Patrick Pleul/dpa

Der Norden

Deutsche sparen in der Corona-Krise

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Von nord24
28. März 2021 // 11:12

Nach Zahlen der Bundesbank sind die Bankeinlagen der privaten Haushalte von Januar 2020 bis Januar 2021 um 182 Milliarden auf 1,73 Billionen Euro gestiegen.

Mehr Geld auf dem Konto

Die Corona-Wirtschaftskrise hat auf den ersten Blick die paradoxe Folge, dass viele Bürger erheblich mehr Geld auf dem Konto haben als vor einem Jahr. Und ein Ende der Konsumzurückhaltung ist kurzfristig nicht in Sicht. „Ich meine, dass wir auf Sicht bis Jahresmitte eine ähnliche Situation haben werden wie im ganzen vergangenen Jahr“, sagt Jürgen Groß, Präsident des bayerischen Genossenschaftsverbands GVB, dem Dachverband der Volks- und Raiffeisenbanken im Freistaat. „Die Einlagen werden weiter wachsen, das zeigt sich schon in den ersten acht Wochen des neuen Jahres.“

Verunsicherung

Auf der Kreditseite zeigt sich das entsprechende Bild: „Die Verbraucherkredite waren rückläufig, und die Kontenüberziehung ist sehr stark zurückgegangen“, sagt Groß. „Dispokredite wurden kaum in Anspruch genommen.“ Nach dem Eindruck des GVB-Chefs wird das anhalten, „weil die Verunsicherung bei den Menschen extrem groß ist“.

Keine Ausgabe-Möglichkeiten

In Teilen sei der Spareifer unfreiwillig, sagen Bundesbank und Ökonomen ebenso wie Praktiker aus der Finanzbranche. „Die Kunden hatten deutlich weniger Möglichkeiten zum Konsumieren“, sagt Christian Nau, Geschäftsführer des Kreditbereichs beim Online-Portal Check24. „Urlaubsreisen waren kaum möglich, auch größere Anschaffungen gar nicht so einfach.“

Banken vorsichtiger

Ein zweiter Grund: „Die Banken sind bei der Kreditvergabe an weniger bonitätsstarke Kunden vorsichtiger geworden“, sagt Nau. „Manche haben Kredite nicht mehr bekommen, die sie vor der Krise noch bekommen hätten.“ Und als dritten Grund nennt auch Nau die verbreitete Verunsicherung. (dpa)

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