Weitere Wolfsrisse in Kreis Nienburg sind der Grund dafür, dass die Abschussgenehmigung für den Rodewalder Leitrüden wieder in Kraft gesetzt wurde.

Weitere Wolfsrisse in Kreis Nienburg sind der Grund dafür, dass die Abschussgenehmigung für den Rodewalder Leitrüden wieder in Kraft gesetzt wurde.

Foto: Stratenschulte/dpa

Der Norden

Grüne kritisieren „Wolfsmanie“ von Minister Lies

Von nord24
24. August 2020 // 22:04

Die Abschussgenehmigung für den Leitrüden des bei Nienburg lebenden Rodewalder Wolfrudels ist wieder in Kraft, weil es dort wieder Wolfsrisse gegeben hat.

Jungrind und Pferde Opfer des Wolfsrudels in Nienburg

Die Abschussgenehmigung sei bereits Mitte Juli erteilt worden, teilte Niedersachsens Umweltministerium mit. Der Sprecher sagte, am 24. Mai sei im Heidekreis ein einjähriges Rind aus einer Herde mit sechs erwachsenen Tieren durch einen oder mehrere Wölfe getötet worden. Der bislang letzte Schadensfall habe sich am 16. Juni im Landkreis Nienburg ereignet. Wölfe des Rodewalder Rudels hätten dort zwei Pferde getötet und ein weiteres schwer verletzt.

Eindeutige Indizien für Beteiligung des Leitrüdens

Das Rissbild zeige, dass der Leitrüde dabei gewesen sei. „Leider hat sich damit die ursprüngliche Befürchtung bestätigt: Der Rodewalder Rüde reißt nicht nur weiter Rinder und Pferde, sondern hat inzwischen diese problematischen Jagdtechniken an sein Rudel weitergegeben“, sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD). Die Tötungsgenehmigung sei bis zum 31. Dezember befristet.

Jäger in der Bredouille

Grüne: Lies will mit dem Kopf durch die Wand

Die Grünen kritisieren die Abschusserlaubnis. Christian Meyer sagte, Lies wolle „beim Wolf schon wieder mit dem Kopf durch die Wand“. Das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht habe Ende Juni die Jagd auf Wölfe, denen keine konkreten Risse zugewiesen werden konnten, für rechtswidrig erklärt.

Dennoch lasse Lies auch das Töten weiterer Wölfe des Rudels zu. Mit seiner „Wolfsmanie“ und der fehlenden rechtlichen Klärung bringe Lies Mitarbeiter der zuständigen Landesbehörde und beauftragte Jäger im Raum Nienburg in die Bredouille: „Denn ohne rechtliche Überprüfung der Abschussgenehmigungen wäre ein Wolfsabschuss möglicherweise illegal, also eine Straftat.“

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