Die Gartenlaube in Münster ist einer der Tatorte des vermutlichen Haupttäters in einem Missbrauchsfall, in der die Ermittler u.a. Festplatten und Videokameras fanden.

Die Gartenlaube in Münster ist einer der Tatorte des vermutlichen Haupttäters in einem Missbrauchsfall, in der die Ermittler u.a. Festplatten und Videokameras fanden.

Foto: Marcel Kusch/dpa

Der Norden

Havliza will härtere Strafen für Kindesmissbrauch

Von Hilal Özcan
30. Juni 2020 // 21:00

Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) hat härtere Strafen für sexuellen Kindesmissbrauch und das Verbreiten von Kinderpornografie gefordert. Missbrauch solle in keinem Fall mehr bloß als Vergehen sondern immer als Verbrechen verfolgt werden, forderte Havliza am Dienstag im Landtag in Hannover.

Verbreitung von Kinderpornografie

Verfahren könnten dann nicht mehr wegen Geringfügigkeit eingestellt oder lediglich mit einer Geldstrafe geahndet werden. Die Mindeststrafe betrage ein Jahr Haft. Auch der Besitz und die Verbreitung von Kinderpornografie sollten härter bestraft werden, weil dies den Missbrauch fördere.

Vermerk im Führungszeugnis

Der CDU-Abgeordnete Uwe Schünemann hatte zuvor eine Verschärfung des Strafrechts und eine Höchststrafe von zehn Jahren für Kindesmissbrauch beantragt. Aus dem Führungszeugnis sollten solche Taten nicht mehr gestrichen werden, damit Täter auch Jahre später nicht in Berufen arbeiten könnten, in denen sie Kontakt zu Kindern hätten.

Speicherung von IP-Adressen

Schünemann und auch Havliza sprachen sich für Vorratsdatenspeicherung von IP-Adressen aus, um Täter im Nachhinein leichter ermitteln zu können. In der Debatte machten sich auch Abgeordnete sämtlicher anderer Fraktionen für ein entschiedenes Vorgehen gegen Missbrauch stark.

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