Rund 1000 Bomben sind in Niedersachsen im vergangenem Jahr entschärft worden.

Rund 1000 Bomben sind in Niedersachsen im vergangenem Jahr entschärft worden.

Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Der Norden

Kampfmittelbeseitiger hatten 2015 fast tausend Einsätze

Von Lili Maffiotte
3. Februar 2016 // 09:54

Mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs werden noch immer Fliegerbomben, Munition und Sprengstoffe gefunden - sie müssen beseitigt werden. Die Kampfmittelräumer hatten in Niedersachsen auch im vergangenen Jahr viel zu tun.

130 Sprengungen an Ort und Stelle

Die Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs werden den Kampfmittelbeseitigungsdienst in Niedersachsen noch lange beschäftigen. Im Jahr 2015 gab es 953 Einsätze nach Munitionsfunden, sagte der stellvertretende Leiter Thomas Döring. «Wir hatten im vergangenen Jahr 130 Sprengungen von Kampfmitteln vor Ort, davon ging es 38 mal um Sprengbomben und Seemunition von mehr als 50 Kilogramm.» Der Großteil seien Fliegerbomben gewesen, sie verursachten 34 der Einsätze.

Rost verursacht Schwierigkeiten

Nur in einem Fall habe es sich dabei um einen der besonders gefährlichen Langzeitzünder gehandelt, so Döring. Dabei löst Aceton eine Cellulosescheibe auf, die den Schlagbolzen freigibt. Aber auch Bomben mit konventionellen Aufschlagzündern würden im Laufe der Jahre problematischer werden, betonte Döring. «Die Korrosion macht das Entschärfen schwieriger, weil man die Zünder schlechter aus der Bombe heraustrennen kann.» Wie gefährlich die Arbeit an den zum Teil stark verrosteten Bomben ist, zeigte ein Unfall im Juni 2010 in Göttingen. Damals explodierte eine amerikanische Zehn-Zentner-Sprengbombe mit Langzeitzünder, drei Mitarbeiter starben.

Kampfmittelbeseitung: Arbeit für weitere Jahrzehnte

Insgesamt sah Döring die Zahl der Einsätze im Trend der Vorjahre, 2014 seien es 1093 gewesen. «Die anhaltend hohen Zahlen belegen, dass wir noch für Jahrzehnte zu tun haben», sagte der stellvertretende Dezernatsleiter. Dazu habe auch eine gestiegene Aufmerksamkeit bei Bauprojekten beigetragen. So sei der Kampfmittelbeseitigungsdienst im vergangenen Jahr an 3092 Bauprojekten beteiligt gewesen, im Jahr zuvor waren es über 500 weniger. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat in Niedersachsen 46 Mitarbeiter. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat hier eine Auflistung der gefundenen Bomben. Außerdem ist eine Datenbank vorhanden, die auf Luftbildern zeigt, wo Bomben sein könnten.

Kampfmittelbeseitiger hatten 2015 fast tausend Einsätze

So sieht eine 250 Kilo schwere Fliegerbombe aus, sie wurde in Potsdam-Babelsberg (Brandenburg) gefunden.

Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

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