Bauern aus der Region sind mit ihren Treckern nach Oldenburg gefahren, um gegen Bundesumweltministerin Svenja Schulze zu demonstrieren. Hier sind sie auf der Stresemannstraße in Bremerhaven unterwegs.

Bauern aus der Region sind mit ihren Treckern nach Oldenburg gefahren, um gegen Bundesumweltministerin Svenja Schulze zu demonstrieren. Hier sind sie auf der Stresemannstraße in Bremerhaven unterwegs.

Foto: Lothar Scheschonka

Der Norden

Landwirte demonstrierten in Oldenburg gegen weitere Umweltauflagen

Von nord24
28. Mai 2020 // 21:03

Auch aus Bremerhaven und dem Cuxland waren die nach Polizeiangaben 318 teilnehmenden Traktoren am frühen Morgen zu einer Sternfahrt nach Oldenburg aufgebrochen. Ab 9:30 Uhr bis 15 Uhr trafen sie sich auf dem Schlossplatz und blockierten den Verkehr.

100 Bauern aus dem Landkreis

Die Beteiligung war etwas geringer als in manch anderen Teilen Deutschlands, weil gerade die Zeit des ersten Schnitts für die Silage ist. „Arbeit geht vor“, sagt Mitorganisator Horst Meyer, „dennoch haben überraschend viele mitgemacht.“ Er schätzt, dass aus dem Landkreis Cuxhaven etwa 100 Bauern in Oldenburg dabei waren.

Organisatoren zufrieden

„Ich bin zufrieden mit der Beteiligung“, sagt auch Gerriet Gerdts, einer der Organisatoren. In Debstedt trafen sich acht Schlepper, die über Langen und Bremerhaven weiter nach Oldenburg fuhren. Zu Staus oder anderen Verkehrsbehinderungen kam es auf dieser Weserseite nicht. Je näher es an Oldenburg ging, desto dichter wurden die Straßen.

Bericht zur „Lage der Natur“ war Anlass

Aktueller Anlass für die deutschlandweite Demonstration war der Bericht „Zur Lage der Natur“, den Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) vergangene Woche vorstellte. Gerriet Gerdts empört sich: „Darin werden wir Landwirte zu Alleinverantwortlichen gemacht für das Artensterben bei Insekten und Vögeln.“ Er nennt das „Bauernbashing“. Dass zum Beispiel in den vergangenen 15 Jahren 1 Million Hektar Land zum Bau von Häusern, Straßen und Ähnlichem geopfert wurden, sei sicher auch nicht erfreulich für Insekten.

Erhebliche Beeinträchtigungen in der Innenstadt

Im Innenstadtbereich kam es durch die insgesamt 318 Traktoren zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen. Gegen 13 Uhr liefen etwa 430 Personen vom Schloßplatz mit Transparenten zum Schloßwall. Sie stellten sich vor dem Gebäude des Naturschutzbundes Deutschland auf. Die Landwirte stellten Blumentöpfe mit Saatgut ab und Holzkreuze auf. Im Anschluss ging es zum Büro der Partei Bündnis 90/Die Grünen am Friedensplatz. Auch hier wurden ein Sack Saatgut und Holzkreuze und ein offener Brief hinterlassen. Am Büro der Partei der SPD in der Huntestraße wurden mehrmals durch Kleinstgruppen von Versammlungsteilnehmern Briefe übergeben.

Polizei wies auf Anstand hin

Während der Versammlung mahnte die Polizei mehrfach über Lautsprecher die Einhaltung der Abstände und die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung an. Dieser Aufforderung kamen die Versammlungsteilnehmer größtenteils nach. Im Anschluss an die Aktionen begaben sich die Landwirte zu Fuß zurück zu ihren Traktoren und verließen die Innenstadt. Der Verlauf der Versammlung beschreibt die Polizei als friedlich und kooperativ.

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