Ein kriminaltechnischer Angestellter der Polizei sichert Fingerabdrücke an einem Fenster. Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Niedersachsen ist 2015 um 
13,1 Prozent gestiegen.

Ein kriminaltechnischer Angestellter der Polizei sichert Fingerabdrücke an einem Fenster. Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Niedersachsen ist 2015 um 13,1 Prozent gestiegen.

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Der Norden

Mehr Wohnungseinbrüche in Niedersachsen

Von nord24
15. Februar 2016 // 11:44

Die Zahl der von der Polizei registrierten Straftaten in Niedersachsen ist im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent auf 568 470 angestiegen. Das waren 15 000 mehr als 2014. Einen Zuwachs um 13,1 Prozent gab es bei den Wohnungseinbrüchen, deren Zahl auf 16 575 stieg, 1921 mehr als 2014. Dies sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) bei der Vorlage der Kriminalstatistik für 2015. 

Nur jeder fünfte Einbruch aufgeklärt

40 Prozent der Einbrüche ereigneten sich tagsüber zwischen 6 und 21 Uhr. Nur jeder fünfte Einbruch konnte aufgeklärt werden. Einbrüche hinterließen nur wenig Spuren und hätten wenig Zeugen, sagte Pistorius. Er appellierte an die Hausbesitzer, in Sicherheitstechnik zu investieren. 40 Prozent der Einbruchsversuche seien nicht vollendet worden. Das zeige, dass sich die Investition lohne. Insgesamt stieg die Aufklärungsquote leicht auf 61,1 Prozent.

Flüchtlinge: Kein Anstieg der Kriminalität

Der Flüchtlingszuzug habe zu keiner problematischen Zunahme der Kriminalität geführt, sagte Pistorius. Die große Mehrzahl der Flüchtlinge halte sich an Recht und Gesetz, nur wenige fielen durch Ladendiebstähle oder als Schwarzfahrer auf. Der öffentliche "Hype" um dieses Thema sei von den Zahlen her nicht gerechtfertigt, sagte der Minister.

Ladendiebstähle und Schwarzfahrten

Insgesamt wurden Flüchtlinge 2015 in Niedersachsen in 38 627 Fällen als Tatverdächtige registriert. Das waren 20 702 Fälle mehr als im Jahr zuvor. Pistorius führte dies auf den hohen Zuzug von Flüchtlingen insgesamt zurück. Den größten Teil der Taten machten 6331 Ladendiebstähle aus. In 5182 Fällen handelte es sich um Schwarzfahrten im öffentlichen Nahverkehr. Axel Brockmann vom Landespolizeipräsidium führte das auf Unwissenheit zurück.

Islamistische Radikalisierung

In 3494 Fällen begingen Flüchtlinge Rohheitsdelikte wie Körperverletzung. Dabei handelte es sich den Angaben zufolge vielfach um Taten unter Flüchtlingen. In einzelnen Fällen gab es Hinweise auf eine islamistische Radikalisierung in Flüchtlingslagern. "Wir nehmen diese Hinweise sehr ernst", sagte Brockmann. In vielen Fällen handele es sich allerdings um Denunziation. Diese Hinweise würden in einer eigenen Statistik geführt und blieben außerhalb der offiziellen Kriminalitätsstatistik.

Zahl der Opfer auf einem Tiefststand

Pistorius zog insgesamt ein positives Fazit der Kriminalitätsentwicklung. Die Zahl der Opfer von Straftaten befinde sich im Zehnjahresvergleich auf einem Tiefststand. Es gebe weniger Rohheitsdelikte, niedrige Zahlen bei Gewaltdelikten, und die Kriminalität durch Kinder und Jugendliche nehme weiter ab.

Steigende Gewalt gegen Polizeibeamte

Allerdings werde die Kriminalität im Internet die Polizei in Zukunft stärker beschäftigen. Waffen und Drogen würden verstärkt über den "dunklen Teil" des Internet gehandelt. Besorgt ist der Minister auch über die steigende Gewalt gegen Polizeibeamte. In 1081 Fällen wurden Polizisten dabei verletzt. In 1581 Fällen ermittelte die Polizei in Fällen von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen - ein leichter Anstieg gegenüber den Jahren zuvor.

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