Eines der fünf Islandpferde auf dieser Weide wurde am Sonntag irrtümlich erschossen.

Eines der fünf Islandpferde auf dieser Weide wurde am Sonntag irrtümlich erschossen.

Foto: Bargh

Der Norden

Nach Todesschuss auf Pferd: Besitzer erheben schwere Vorwürfe gegen Jäger

Von Christoph Käfer
3. Oktober 2017 // 17:30

Die Nachricht hat besonders in sozialen Netzwerken hohe Wellen geschlagen: Ein Jäger hat am Sonntag in Walsrode (Heidekreis) ein Islandpferd mit einem Wildschwein verwechselt und es erschossen. Nun hat sich einer der Eigentümer des Gestüts zu Wort gemeldet und schwere Vorwürfe erhoben. 

Eigentümer kritisiert Jäger

Nach Angaben von Anoush Bargh sei der 65-jährige Jäger auch Jagdpächter und daher "ein extrem ortskundiger Mensch", der hätte wissen müssen, dass "seit etwa 5 Monaten fünf Islandpferde, Tag und Nacht" auf der Weide stehen.

Pferd in hohem Gras gefunden

Zudem widerspricht Bargh der Darstellung, wonach die Weide zugewachsen sei. Sie sei bis auf einen kleinen Teil "zu dieser Jahreszeit kurz gefressen und sehr offen". Die Polizeiinspektion Heidekreis teilte zu dem Vorfall mit, dass das tote Pferd im hinteren Teil der Weide gefunden wurde, wo Gras und Wildpflanzen bis zu 1,20 Meter hoch gewachsen waren.

Tödlicher Schuss in der Dunkelheit?

Vielmehr habe der Jäger "gegen 19.30 Uhr bei "nahezu totaler Dunkelheit bewusst in eine Pferdeweide geschossen, auf der sich seit Monaten Pferde befinden". Zudem kritisiert Bargh, dass der Hochsitz, von dem aus der Jäger den tödlichen Schuss abgab, 182 Meter von dem Tier entfernt lag. Bargh: "Wo waren da die Bedingungen, um einen Schuss abzugeben?"

"Keine Hetzjagd auf den Täter"

Statt eines Pferdes hätte der Jäger auch "einen unserer Mitarbeiter beim täglichen Weidekontrollgang" treffen können, sagt Bargh, der aber auch betont: "Uns geht es nicht darum, eine Hetzjagd auf den Täter zu veranstalten und die gesamte Jägerschaft zu verurteilen." Für weitere Nachfragen war Bargh am Dienstag gegenüber nord24.de nicht zu erreichen.

Polizei ermittelt

Die Polizisten leiteten nach dem Vorfall ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ein und gaben auch einen Bericht zum Landkreis Heidekreis als Waffenbehörde zwecks Überprüfung der Jagderlaubnis.

Nach Todesschuss auf Pferd: Besitzer erheben schwere Vorwürfe gegen Jäger

Der Stab soll die Stelle zeigen, an der das Pferd erschossen wurde.

Foto: Bargh

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