Die 21-Jährige soll im Juli 2016 in Algermissen bei Hildesheim ihren 63 Jahre alten Ehemann mit acht Schüssen getötet haben, als dieser auf dem Sofa schlief.

Die 21-Jährige soll im Juli 2016 in Algermissen bei Hildesheim ihren 63 Jahre alten Ehemann mit acht Schüssen getötet haben, als dieser auf dem Sofa schlief.

Foto: Stratenschulte/dpa

Der Norden

Nach heimtückischem Mord an Ehemann: Frau macht mit Liebhaber Urlaub

Von nord24
18. Januar 2017 // 15:45

Sie liebte Autos und kannte sich mit Waffen aus: Eine junge Frau soll im Kreis Hildesheim ihren 63-jährigen Mann ermordet haben. Danach soll sie mit ihrem Liebhaber in den Urlaub gefahren sein - und sich ahnungslos gestellt haben, als der Tote entdeckt wurde.

Heimtückischer Mord

Eine 21 Jahre alte Frau soll ihren mehr als 40 Jahre älteren, schlafenden Ehemann heimtückisch mit acht Schüssen ermordet haben. Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Hildesheim am Mittwoch schwieg die blonde, zierliche Frau zu den Vorwürfen, gab aber Einblick in ihr Leben vor der Tat.

Opfer schläft auf Sofa

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft tötete die junge Frau ihren Mann in Algermissen im Kreis Hildesheim nach einem heftigen Streit mit einer Kleinkaliberwaffe, als er sich zum Schlafen auf ein Sofa gelegt hatte. Anschließend fuhr sie mit ihrem Liebhaber für mehrere Tage in den Urlaub nach Italien. Dem Verbrechen vorausgegangen war ein Streit des Paares, der auf Eifersucht und unterschiedlicher Auffassung über die Eheführung beruht haben könnte.

"Wie im goldenen Käfig"

Die 21-Jährige, die im Testament des Opfers zur Alleinerbin bestimmt war, habe sich bei ihrem Ehemann "wie im goldenen Käfig" gefühlt, sagte Staatsanwalt Wolfgang Scholz. Im Falle einer Trennung habe sie um ihre wirtschaftliche Existenz gefürchtet. Ihr Mann besaß unter anderem zwei Grundstücke.

Bekannter entdeckt Leiche

Der Tote war Ende Juli in einem Wohncontainer in Algermissen von einem Bekannten entdeckt worden. Der Sohn des Opfers tritt als Nebenkläger auf.

Täterin hatte Depressionen

Die in Augsburg geborene 21-Jährige war in der achten Klasse zu ihrer Tante nach Hannover gezogen. Bei ihrer Mutter und dem Stiefvater in Bayern habe sie Depressionen bekommen und sich in den Unterarm geritzt, erzählte sie vor Gericht.

Leidenschaft für Autos

Die Frau besuchte das Gymnasium bis zur elften Klasse und begann dann eine Ausbildung zur Mechatronikerin. Mit einem damaligen Freund entdeckte sie ihre Leidenschaft für Autos und die Tuning-Szene, zudem übte das Paar den Umgang mit Waffen wie Luftgewehren und Wurfsternen.

Angeblich überrascht von Tod

Bei der Rückkehr aus dem Urlaub mit dem Liebhaber hatte sich die 21-Jährige überrascht vom Tod des Ehemanns gezeigt. Am 9. August erließ das Amtsgericht Hildesheim Haftbefehl gegen die Angeklagte. Für den Prozess sind 15 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird am 17. März erwartet.

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