Ein 62-Jähriger wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, da er durch einen absichtlich verursachten Unfall ins Gefängnis wollte.

Ein 62-Jähriger wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, da er durch einen absichtlich verursachten Unfall ins Gefängnis wollte.

Foto: Deck/dpa

Der Norden
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Wesermarsch

Oldenburg: Mann wollte ins Gefängnis und bekommt lebenslang

Von nord24
17. Dezember 2019 // 16:00

Ein 62 Jahre alter Obdachloser wollte ins Gefängnis – und kommt ins Gefängnis: Das Landgericht Oldenburg hat den Mann am Dienstag wegen versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte im Juni absichtlich einen Radfahrer angefahren und schwer verletzt.

Willkürliches Opfer

Die Tat hatte sich in der Nähe von Dötlingen im Kreis Oldenburg ereignet. Der 62-Jährige steuerte sein Auto über die Gegenfahrbahn auf den Fahrradweg, wo er einen ihm völlig unbekannten 48 Jahre alten Radfahrer rammte.

Heimtücke und Habgier

Das bewertete das Gericht als Heimtücke – eines der juristischen Merkmale für eine Verurteilung wegen Mordes oder versuchten Mordes. Als Habgier werteten die Richter das Motiv des Mannes: Er habe sich "eine Rundumversorgung in einer Justizvollzugsanstalt" sichern wollen, sagte der Sprecher. Die Richter folgten dem Antrag der Staatsanwaltschaft einer lebenslangen Strafe, während die Verteidiger neun Jahre Haft forderten.

Der Nebenkläger

Der schwer verletzte Radfahrer war damals mit dem Hubschrauber in eine Krankenhaus geflogen worden. Er nahm als Nebenkläger an dem Prozess teil und sagte aus, dass er immer noch körperlich wie auch psychisch unter den Folgen der Attacke leide. (lni)

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