Die Corona-Pandemie hat für viele Pflegende zu einer höheren Belastung geführt.

Die Corona-Pandemie hat für viele Pflegende zu einer höheren Belastung geführt.

Foto: Kai Remmers/dpa-tmn

Der Norden

Pflege-Experte hält Kontrolle in Heimen für unzureichend

Von Christopher Weckwerth
2. Juli 2020 // 21:30

Pflegeheime werden nach Ansicht des Gerontologen Stefan Görres im Alltag zu selten auf Missstände kontrolliert. „Der Medizinische Dienst kommt bestenfalls in Jahresabständen, die Heimaufsicht ebenso", sagte der Professor der Universität Bremen im Interview der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag).

Ein Fehlermeldesystem

„Diese Einrichtungen erfassen aber nicht den Alltag, der die Pflegenden jeden Tag vor neue Probleme stellt." Er warb für ein Fehlermeldesystem in den Heimen selbst. Auch die Pflegekammer hatte kürzlich eine neue Meldestelle für Missstände gefordert.

Diagnose Demenz

Die Arbeit für die Pfleger ist Görres zufolge allerdings auch sehr anspruchsvoll geworden, weil die Menschen heute oft erst mit Mitte 80 in ein Heim kämen und immer häufiger mit der Diagnose Demenz. „Das alles ist nicht mehr mit einer Pflege zu bewältigen, wie wir sie vor 40, 50 Jahren praktizierten, sondern eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit", sagte er. „Die Ansprüche an die Pflege sind immens gewachsen, wir haben einen Pflegenotstand und dazu noch erschwerend Corona mit all den Hygienemaßnahmen und Zugangsbeschränkungen."

Misshandlungsvorwürfe in Celle

Zuletzt waren Misshandlungsvorwürfe gegen ein Pflegeheim in Celle bekanntgeworden. Pfleger sollen dort Bewohner ans Bett gefesselt und in ihren Ausscheidungen liegengelassen haben. Auch seien die Wunden eines Beinamputierten nicht fachgemäß behandelt worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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