Auf dem Hamburger Flughafen gab es am Sonntag einen Großeinsatz.

Auf dem Hamburger Flughafen gab es am Sonntag einen Großeinsatz.

Foto: Symbolfoto: Archiv

Der Norden

Reizgas legt Flughafen Hamburg lahm: Großeinsatz und fast 70 Verletzte

Von Christoph Käfer
12. Februar 2017 // 16:18

Chaos am Hamburger Flughafen: Ein Gasaustritt hat am Sonntag für eine komplette Sperrung des Flughafens gesorgt. 

Pfefferspray könnte Ursache sein

Der Flugbetrieb war am Sonntagmittag mehr als eine Stunde lahmgelegt, wie der Airport mitteilte. Vermutlich sei Pfefferspray oder ein ähnliches Reizgas versprüht worden, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Man habe eine entsprechende Kartusche gefunden.

Neun Personen im Krankenhaus

Der Stoff habe sich über die Klimaanlage im Gebäude verteilt. Etliche Menschen klagten über gesundheitliche Probleme - 68 wurden laut Feuerwehr untersucht, 9 von ihnen kamen in Krankenhäuser. Die Einsatzkräfte gehen nicht von einem Terroranschlag aus.

Zufahrten gesperrt

Hunderte Reisende mussten bei winterlichen Temperaturen im Freien ausharren. Am frühen Sonntagnachmittag konnten sie wieder zurück in das Gebäude. Die Zufahrten zum Flughafen wurden zeitweise gesperrt, auch der S-Bahn-Verkehr zum Airport war unterbrochen.

Starke Geruchsbelästigung

In der Kontrollstelle, in der Handgepäck und Fluggäste überprüft werden, habe es eine starke Geruchsbelästigung gegeben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Zahlreiche Reisende hätten über Augenbrennen, Übelkeit und Reizhusten geklagt. Die Feuerwehr richtete Behandlungsplätze für die Verletzten ein.

13 Flüge betroffen

Von der vorübergehenden Sperrung des Flughafens waren am Sonntag insgesamt 13 Flüge betroffen. Zwei von ihnen seien nach Bremen umgeleitet worden, sagte eine Sprecherin des Airports. Später seien die Maschinen wieder nach Hamburg zurückbeordert worden. Die übrigen Flugzeuge hätten entweder auf der Bahn warten oder in der Luft kreisen müssen.

Präsident von Uruguay muss warten

Auch eine Reise des Präsidenten von Uruguay, Tabaré Ramón Vázquez Rosas, verzögerte sich wegen der vorübergehenden Sperrung des Hamburger Flughafens. Der Präsident habe in seiner Maschine warten müssen, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden konnte, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hatte den Präsidenten am Freitag empfangen.

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