Mitfahrbänke bieten Mobilität auf dem Lande

Daumen raus und warten: Bürgermeister Jens Kühne und Initiatorin Hannelore Rath sitzen in Bünsdorf (Schleswig-Holstein) auf einer Mitfahrbank. Das blau-weiße Klappschild zeigt an, an welches Ziel die Wartenden mitgenommen werden wollen.

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Der Norden

Trampen für Senioren: Mitfahrbänke sollen die Mobilität erhöhen

Von nord24
29. Januar 2016 // 20:44

Warum trampen, wenn es auch bequemer geht: Immer mehr kleine Orte stellen speziell gekennzeichnete Mitfahrbänke auf, an denen man auf Autos warten kann, die einen mitnehmen. Aber halten die Fahrer auch wirklich an? Bundesweit werden solche Sitzbänke dort aufgestellt, wo der Bus nur noch selten fährt - oder gar nicht mehr. Mit Klappschildern statt auf einem Stück Karton kann die neue Generation der Tramper an den Bänken oft anzeigen, wo es hingehen soll. Statt Paris, Berlin oder München ist dies meist das Einkaufszentrum, der Bahnhof oder der Nachbarort.

Angebot wird bisher nicht so gut angenommen

Auch an immer mehr Stellen in Norddeutschland stehen mittlerweile Mitfahrbänke. Im 400-Einwohner-Ort Bünsdorf in Schleswig-Holstein sollen die Bänke den Anschluss nach Rendsburg und Eckernförde herstellen und den nur an zwei Wochentagen fahrenden Marktbus ergänzen. Wie Bürgermeister Jens Kühne sagt, kommt das Angebot - das auch auf Jugendliche abzielt - bisher aber nicht so gut an. "Die Eltern haben Bedenken und fahren ihre Kinder doch lieber selber." Auch Senioren setzten sich nur selten auf die Bank. Der Bürgermeister will die Entwicklung abwarten.

Idee der Mitfahrbänke entstand durch Zufall

Die Idee entstand eher per Zufall, erzählt Ursula Berrens vom Caritasverband Westeifel im rheinland-pfälzischen Bitburg. Im Nachbarort Speicher war sie mit einem Projekt zur Verbesserung der Situation alter Menschen beschäftigt und wollte mit einer Kollegin Standorte für neue Bänke erkunden. "In dieser Situation kam mir die Idee, die Bänke auch für Mitfahrgelegenheiten zu nutzen."

Immer mehr Nachahmer

Egal ob erfolgreich oder nicht, die Mitfahrbank findet immer mehr Nachahmer. Nicht weit vom niedersächsischen Asel steht in Osterwald (Kreis Hameln-Pyrmont) ein weiteres Projekt in den Startlöchern und hat auch im nordrhein-westfälischen Lügde im Kreis Lippe den Ratsherrn Hubert Klenner auf den Plan gerufen. "Lügde ist eine Flächengemeinde, die weiteste Entfernung zwischen den Ortsteilen beträgt 20 Kilometer und der Nahverkehr ist ausgedünnt."

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