Zahlreiche Impfpässe liegen in einer Apotheke in einem Büro auf einem Tisch.

Es tauchen immer noch viele gefälschte Impfpässe auf.

Foto: Sven Hoppe/dpa (Symbolfoto)

Der Norden
Bremen

Corona: Immer mehr Verfahren zu gefälschten Impfpässen

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Von nord24
19. Januar 2022 // 06:18

Die Sicherheitsbehörden in Niedersachsen und Bremen registrieren immer mehr Verfahren wegen gefälschten Impfpässen. „Die Anzahl der von den niedersächsischen Sicherheitsbehörden festgestellten Fälle von falschen Impfpässen ist kontinuierlich und bis in den Dezember 2021 gestiegen“, teilte Katrin Gladitz, Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA) in Hannover mit.

190 Strafanzeigen wegen Impfpass-Fälschungen im Land Bremen

Demnach geht das LKA Niedersachsen für das gesamte Jahr 2021 nach vorläufigen Zahlen von Fällen im unteren vierstelligen Bereich aus. In Bremen registrierte die Polizei bislang 190 Strafanzeigen wegen Impfpass-Fälschungen. „Die Strafanzeigen werden stetig mehr, vor zwei Monaten ermittelten wir noch in elf Fällen“, sagte ein Sprecher.

Blankoimpfpässe und Totalfälschungen

In den Verfahren in Niedersachsen geht es laut LKA um Blankoimpfpässe und Totalfälschungen. Die genaue Zahl von gefälschten Impfpässen im Bundesland ist nicht bekannt. Das LKA weist in ihrer vorläufigen Erfassung sogenannte Anhaltefälle auf. Ein solcher Anhaltefall kann laut dem LKA eine Vielzahl von gefälschten Impfausweisen beinhalten.

Oft werden in Apotheken falsche Impfpässe vorgelegt

Die Mehrheit der Fälle in Niedersachsen wird laut den Ermittlern beim Vorlegen in Apotheken festgestellt, wenn mit dem Pass ein digitaler Impfnachweis ausgestellt werden soll. In letzter Zeit würden Fälle aber auch vermehrt bekannt, indem falsche Impfpässe oder Impfzertifikate etwa in der Gastronomie, in Schwimmbädern oder Bordellen gezeigt werden, teilte die LKA-Sprecherin mit.

Es drohen bis zu fünf Jahre Haft

Nach Angaben des niedersächsischen Gesundheitsministeriums drohen in besonders schweren Fällen der Urkundenfälschung Strafen von bis zu fünf Jahren Haft. Wer eine Impfung nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig dokumentiere, könne bis zu 2500 Euro Bußgeld zahlen. Auch die Vorlage eines gefälschten Impfausweises ist strafbar.

Mitarbeiterin einer Arztpraxis als Fälscherin aufgeflogen

Erst kürzlich flog in Bremen eine mutmaßliche Fälscherin auf. Die 29-Jährige arbeitete in einer Gemeinschaftspraxis und hatte Zugriff auf Impfdosen, Aufkleber mit den Chargenbezeichnungen und Blanko-Impfpässen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung beschlagnahmten die Beamten 14 Blanko-Impfbücher, 74 Chargen-Aufkleber, drei bereits gefälschte Impfbücher und drei Stempel, die im Herbst 2021 in der Praxis gestohlen wurden. Die Ermittlungen wegen Diebstahls und gewerbsmäßiger Urkundenfälschung dauern an. (lni/mb)

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