Die evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümer in Niedersachsen streben einen gemeinsam verantworteten christlichen Religionsunterricht an den Schulen des Bundeslandes an.

Die evangelischen Landeskirchen und katholischen Bistümer in Niedersachsen streben einen gemeinsam verantworteten christlichen Religionsunterricht an den Schulen des Bundeslandes an.

Foto: picture alliance / Karl-Josef Hi

Der Norden

Kirchen wollen enger kooperieren

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Von nord24
19. Mai 2021 // 17:17

Die Kirchen in Niedersachsen streben einen gemeinsam verantworteten christlichen Religionsunterricht an den Schulen des Bundeslandes an.

Diskussionsprozess startet

Dieser Vorschlag solle bis zum Mai 2022 mit den zuständigen staatlichen Stellen, den Religionslehrkräften und in den Kirchen diskutiert werden, kündigten Bildungsexperten der evangelischen und katholischen Kirche am Mittwoch an. Auch Schüler, Eltern und Ausbildungsstätten sollten einbezogen werden.

Bundesweit einmalig

Das Modell sei bundesweit einmalig und gehe über Kooperationen in anderen Bundesländern hinaus. Andererseits wollten die niedersächsischen Kirchen nicht so weit gehen wie etwa in Hamburg, wo Schülerinnen und Schüler mehrerer Religionsgemeinschaften gemeinsam unterrichtet werden.

Benotetes Pflichtfach

Der geplante christliche Religionsunterricht soll für evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler gemeinsam erteilt werden. Darüber hinaus sei er aber zugleich offen für alle anderen interessierten Kinder und Jugendlichen, betonte die Bevollmächtigte der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track. Es handele sich um ein benotetes Pflichtfach, das wie der bisherige konfessionell getrennte Religionsunterricht auch abiturfähig sei. „Der christliche Religionsunterricht wird gemeinsame Inhalte haben“, erläuterte Gäfgen-Track. „Er wird aber auch die Unterschiede, die es zwischen evangelisch und katholisch weiterhin gibt, klar benennen.“

Erstmals zum Schuljahr 2023/24

Das neue Fach könne nach Abschluss der Beratungen erstmals zum Schuljahr 2023/24 angeboten werden, sagte der Leiter der Abteilung Schulen und Hochschulen im katholischen Bistum Osnabrück, Winfried Verburg. Es trete dann an die Stelle des bisherigen evangelischen oder katholischen Religionsunterrichtes. Um den Unterricht zu organisieren, wollen die Kirchen eine gemeinsame evangelisch-katholische Stelle schaffen, die sich beispielsweise um die Ausbildung der Lehrkräfte und um Lernmittel kümmert.

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