Eine Demonstrantin trägt bei einem Protestmarsch durch die Friedberger Innenstadt ein Plakat und der Aufschrift "Eine Erzieherin ist wie ein Dessous: Spitzenqualität für einen Hauch von Nichts"".

Die Gewerkschaft Verdi hatte zu weiteren Warnstreiks in Kindertagesstätten sowie in der Sozialarbeit und der Behindertenhilfe aufgerufen.

Foto: picture alliance/dpa

Der Norden

Kita-Streiks: Eltern müssen mit Schließungen und Notbetrieb rechnen

Von dpa
4. Mai 2022 // 06:44

Eltern müssen sich erneut auf Engpässe bei der Kinderbetreuung einstellen, denn Gewerkschaften und Beschäftigte wollen für bessere Bedingungen kämpfen.

Verdi ruft zu Warnstreiks auf

Vielerorts in Niedersachsen müssen sich Eltern am Mittwoch auf eingeschränkte Betreuung einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte von Kitas, Jugendämtern und anderen Bereichen der sozialen Arbeit zu einem Warnstreik aufgerufen. In mehreren Städten sind Versammlungen mit Hunderten Teilnehmerinnen und Teilnehmern geplant.

Teilweise Notbetrieb eingerichtet

Der frühere Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske wird bei einer Kundgebung in Braunschweig erwartet. Auf dem Rathausmarkt in Oldenburg wird mit rund 700 Streikenden aus Oldenburg, Osnabrück, Bremen und Kommunen weiterer Landkreise gerechnet. In weiten Teilen Deutschlands sind ebenfalls Warnstreiks geplant. Teilweise wird Eltern ein Notbetrieb angeboten. Auch die Ganztagsbetreuung an Schulen ist von den Ausständen betroffen.

Einige Kitas in Bremen und Bremerhaven könnten geschlossen bleiben

Es wird davon ausgegangen, dass einige Kitas in Bremen und Bremerhaven geschlossen bleiben. In diesen Fällen sollen die Eltern im Vorfeld darüber informiert worden sein, dass die Betreuung nicht sichergestellt ist. Der Magistrat der Stadt Bremerhaven rät dazu, dass sich die Eltern direkt in den Kitas über die Betreuungslage informieren.

Länger anhaltende Streiks

Verdi-Chef Frank Werneke kündigte am Dienstag länger anhaltende Warnstreiks für den Fall an, dass eine laufende Tarifrunde beim nächsten Verhandlungstermin Mitte Mai keinen Durchbruch bringt. Die dritte Verhandlungsrunde für den kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst findet am 16. und 17. Mai in Potsdam statt. Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die rund 330 000 betroffenen Beschäftigten der Kommunen mehr Geld und attraktivere Bedingungen. (dpa/dm)

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